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2012-10-26

Der Steinbruch Fischer bei Weitisberga und seine Minerale


Der Steinbruch Fischer bei Weitisberga und seine Minerale

Der Granitsteinbruch Fischer bei Weitisberga ist in Sammlerkreisen, auch außerhalb der Grenzen Thüringens wegen seiner reichhaltigen Mineralparagenese bekannt. Innerhalb des insgesamt kleinen Thüringer Granitvorkommens nimmt der Hennebergranit deswegen, zumindestens in Sammlerkreisen, eine Sonderstellung ein.

Gegründet wurde der Betrieb 1927 von den Gebrüdern Fischer. Diese hatten 1911  die Firma Mellenbacher Hartsteinwerke gegründet und der Granitsteinbruch Henneberg war ein Zweitbetrieb der ursprünglich nur das Gesteinsmaterial zur Herstellung von Pflastersteinen liefern sollte.
Mit nur wenigen Arbeitern begann man 1927 mit der Erschließung und gleichzeitig der Gewinnung von Pflastersteinen. Durch umsichtiges handeln und die Anschaffung von Spaltmaschinen wurden im Jahr 1927 schon 1000 t Pflastersteine hergestellt. 1928 stieg die Produktion schon auf 4000 t.
Da bei der Pflastersteinproduktion weiter verwertbares Abfallgestein anfiel wurde 1931 ein Schotterwerk gegründet sowie ein Gleisanschluß gelegt. Durch eine Seilbahn, der beide Punkte miteinander verband wurde der Abtransport gewährleistet.


Der Henneberggranit zeichnet sich durch eine hohen Güte aus. Sammler die sich mit dem Steinbruch und seiner Mineralien beschäftigt haben, wissen ein Lied darüber zu singen, wie schwer die Formatierung von Mineralstufen ist. Festigkeit und und Zähigkeit des Gesteins machen die Formatierung oftmals sehr problematisch.

Die hohe Güte gab auch den Ausschlag dafür das Gestein zum Bau der Hohenwarte-Talsperre zu verwenden. Innerhalb der sehr kurzen Bauzeit von 2 Jahren wurden ein neues Schotterwerk, ein Verladesilo und eine Seilbahn errichtet. Die bestehende Gleisanlage wurde erweitert. Während des Baus der Talsperre wurden 1 Million Tonnen Zuschlagsstoffe benötigt wovon der Henneberg 400000 Tonnen lieferte. In dieser Zeit erreicht die Pflaster-und Werksteinerzeugung mit 17000 t ihr Maximum.
In der Kriegszeit gingen Produktion und Beschäftigtenzahl erheblich zurück.

In der Nachkriegszeit und in den Zeiten der DDR hatte der Betrieb, ( Ende der 70ziger Jahre Anschluss an den VEB Vereinigte Thür. Schiefergruben Unterloquitz) seine stabilste Zeit. Im Jahr 1974 wurde mit 316000 t das Maximum erreicht. Danach war ein leichter Produktionsrückgang zu verzeichnen.

Durch die politische Wende in der DDR kam es zur Reprivatisierung des Betriebes. Da Maschinen-und Fahrzeugpark hoffnunglos veraltet waren musste der Betrieb modernisiert werden.


Geologie

Nebengesteine des Henneberggranite sind Kalkgesteine, Grauwacken, Tonschiefer und Sandsteine. Diese Gesteine sind im Devon und Unterkarbon entstanden.
Die Kontaktbereiche des Granits bestehen vorwiegend aus Hornfels und Skarn.
Der Granit intrudierte zum Ausklang der variszischen Orogenese und besteht im wesentlichen aus einem dunklen Biotitgranit bzw. aus einem rötlichen Zweiglimmergranit. Die Minerale sind pegmatischen bzw hydrothermalen Ursprungs. Hydrothermal entstanden: Fluorit, Zinkblende, Galenit, Zeolithe, Calcit


Einige ausgesuchte Minerale


Fluorit

Das Mineral ist im Steinbruch weit verbreitet und häufig zu finden. Häufig tritt Fluorit in Würfel auf während Oktaeder seltener sind. Die Farbe des Minerals reicht von blau bis blauviolett bzw. rotviolett. Grüne Aggregate sind seltener und zumeist derb. Sehr selten sind grüne würfelige Kristalle.
Einfarbige Zonarfärbungen sind häufig zu beobachten während mehrfarbig zonierte Aggregate ziemlich selten sind. Zumeist erreichen die Kristalle nur mm-Größe.


Fluoritwürfel
Fluoritwürfel
J.Lindner


grüner Fluorit aus Thüringen
Fluorit
J.Lindner


Fluoritoktaeder Thüringen
Fluoritoktaeder
J.Lindner


Fluoritoktaeder
J.Lindner


mehrfarbig zonierter Fluorit aus Thüringen
mehrfarbig zonierter Fluorit
J.Lindner


Sphalerit

Im Steinbruch ist das Mineral in der Gesellschaft mit Galenit, Pyrit, Fluorit, Calcit und Quarz zu finden. Häufig tritt Sphalerit derb auf und Kristalle sind eher seltener. Die Farbe des Minerals reicht von verschiedenen Brauntönen, weingelb, dunkelrot bis zu seltenen schwarzen Aggregaten.


Sphalerit und Pyrit
Pyrit/Sphalerit
J.Lindner


Sphalerit/Galenit
J.Lindner


Galenit

Galenit ist am Henneberg häufig und  zumeist derb oder in würfeligen Kristallen zu beobachten.


Galenit
J.Lindner


Galenit
Galenit
J.Lindner


Pyrit

Das Sulfidmineral ist sehr häufig und tritt überwiegend in würfeligen Aggregaten auf.


Pyritwürfel
Pyrit
J:lindner


Einzelner Pyritwürfel
Pyrit
J.Lindner


Hämatit

Das Mineral findet man hin und wieder auf Quarzen wobei die Aggregate schuppige Struktur aufweisen und bis 3mm groß werden.


Hämatit und Quarz
Hämatit/Quarz
J.Lindner


Quarz

Quarz ist das häufigste Mineral an der Fundstelle und kommt in vielfältigen Formen und Varietäten vor. Häufig findet man Milchquarz der in bis zu 3cm großen Kristallen vorkommt. Bergkristalle sind zumeist nur wenige mm groß kommen aber bis zu einer Größe von 2cm vor. Rauchquarze erreichen eine Größe von 6cm sind aber zumeist wesentlich kleiner und bilden oftmals Rauchquarzrasen.
Als weitere Varietäten treten Nadelquarze und sogenannter Artischockenquarz auf. Auch Quarzigel sind nicht selten an der Fundstelle zu finden. 
Raritäten sind Morion und Citrin.


Quarz mit Limonit (?)
Quarz mit Überzug
J.Lindner


Quarz mit einem Manganmineral
Quarz mit Überzug eines Manganminerals
J.Lindner


Quarzigel
Quarzigel
J.Lindner



Rauchquarz
Rauchquarz
J.Lindner



Artischockenquarz
Artischockenquarz
J.Lindner


Milchquarz aus Thüringen
Milchquarz
J.Lindner


Nadelquarz vom Steinbruch Fischer
Nadelquarz
J.Lindner


Rauchquarzgruppe
Rauchquarz
J.Lindner


Bergkristall
Bergkristall
J.Lindner


Wad

Wad findet man häufig als Dentriten oder als schwarzgrauen Belag über Quarzkristalle.



Dentriten
Dentriten
J.Lindner


Anatas

Bräunliche winzige dipyramidale Kristalle gehören zu den Raritäten am Henneberg.


Anatas- kleine nur wenige mm große Kristalle
Anatas
J.Lindner



Calcit

Das Mineral kommt vorwiegend in tafeligen bzw. blättrigen Aggregaten vor.



Calcit- Thüringen-Weitisberga
Calcit
J.Lindner


Apatit

Das Mineral ist zumeist säulig aber auch tafelig zu finden und erreicht in Ausnahmefällen eine Größe von 1,5x1cm. Ansonsten sind die grünen bis blaugrünen Kristalle 1-3mm groß.


Apatit-Weitisberga
Apatit
J.Lindner


Apatit
J.Lindner


Epidot

In büscheligen Aggregaten von einer Größe von 3 bis 15mm. Die Farbe ist olivgrün.


Epidot-Thüringen-Weitisberga
Epidot
J.Lindner


Autunit

Dünne Tafeln mit bis zu einer Kantenlänge von 8mm. Zumeist wesentlich kleiner. Gelbgrüne Farbtöne.



Autunit-Thüringen
Autunit
J.Lindner


Autunit-Fluorit-Quarz
Autunit/Fluorit
J.Lindner


Torbernit

Dicke tafelige dunkelgrüne Aggregate bis 5mm. 

Torbernit Steinbruch Fischer in Thüringen
Torbernit
J.Lindner


Torbernit-Rauchquarz
Torbernit/Rauchquarz
J.Lindner

Bavenit

Sehr selten an der Fundstelle. Quadratische Tafeln von 1-5mm. Aber auch blättrig, faserig und radialbüschelig.


Sphalerit-Pumpellyit-Bavenit (?)
Sphalerit/Pumpellyit/Bavenit
J.Lindner


Pumpellyit

Meist 1 bis 3mm große radialbüschelige Aggregate.


Pumpellyit- Steinbruch Fischer
Pumpellyit
J.Lindner


Pumpellyit Steinbruch Fischer
Pumpellyit
J.Lindner


Baryt

Findet man zumeist in derben, spätigen Stücken.  Tafelige Kristalle werden bis 3cm lang und 2mm dick sind aber zumeist viel kleiner. Farbe: weiß, gelblich, grauweiß


Baryt aus Weitisberga
Baryt
J.Lindner



Weitere Minerale

Opal, Feldspat, Gorkit


Opal oder Chalcedon
Opal oder Chalcedon
J.Lindner


Gorkit-Thüringen
Gorkit
J.Lindner


Opal oder Chalcedon
J.Lindner


Feldspat Thüringen
Feldspat/Quarz
J.Lindner




Lesen Sie auch:








Quellenverzeichnis


Die Mineralien des Henneberggranits bei Weitisberga im Ostthüringer Schiefergebirge
Konrad Bartzsch und Manfred Fischer

Museum für Naturkunde Gera 1991






































































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