> Gedichte und Zitate für alle: Gesteine in Thüringen-Kalktuff, Sandstein, Travertin und Kalkstein

2012-11-11

Gesteine in Thüringen-Kalktuff, Sandstein, Travertin und Kalkstein










Kalktuff in Thüringen

Kalktuff ist mir in Thüringen nur aus dem Pennickental bei Jena bekannt. Eine Schichtquelle (Fürstenbrunnen) im Grenzbereich des Buntsandsteinen zum Muschelkalk schuf die Kalktuffablagerungen.
Aus der Entstehungszeit des Kalktuffs stammen die fossilen Pflanzenreste in den Ablagerungen.( Rotbuche, Eiche, Weide, Linde, Birke, u.v.m)

Die Kalkabscheidungen erfolgen in 5 kaskadenartigen Absätzen auf einer Länge von etwa 1500m. Sie sind jüngeren Datums und bildeten sich vor allem im Holozän. Da heute nur noch geringe Wassermengen fließen läuft der Prozess entsprechend sehr langsam.

Früher wurde der Kalktuff zur Herstellung von Zahnpasta und seltener als Baumaterial genutzt.

Ähnliche Ablagerungen sind mir nur noch aus der Literatur bekannt. Z.b. Jena-LeutraI/Paraschkenmühle oder Leutrabach bei Maua.


Kalktuff-Thüringen-Jena
Kalktuff Pennickental





Kalkstein in Thüringen

Die Kalksteinvorkommen in Thüringen sind im wesentlichen im Trias (Muschelkalk) und Perm (Zechstein) entstanden.

Das Thüringer Becken kann als ein Land der Trias bezeichnet werden. Trias bedeutet Dreiheit und bezeichnet die 3 großen Schichtfolgen Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper. Die Ablagerungen des Muschelkalks besitzen in Thüringen eine Mächtigkeit von 200-280m.

Am Ende des Buntsandsteins, vor etwa 240 Millionen Jahren überschwemmte die Tethys Mitteleuropa und es entstand ein flaches Binnenmeer mit einer Tiefe von 15-35m. Die Bedingungen für das Leben in diesem Meer waren wegen des hohen Salzgehaltes nicht günstig. Die entstandenen Ablagerungen aus dieser Zeit werden als unterer Muschelkalk bezeichnet und sind sehr fossilienarm.

Im Laufe von Jahrmillionen dampfte das Meer wieder ein und es entstand der mittlere Muschelkalk der vor allem durch Kali-und Steinsalzvorkommen geprägt ist.

Ein erneuter Wassereinbruch der Tethys brachte für die Entwicklung des Lebens günstige Bedingungen. Eine Vielzahl von Lebewesen sind in den Schichten des oberen Muschelkalks als Fossilien erhalten geblieben.

Der untere Muschelkalk besteht im wesentlichen aus Kalken und Kalkmergel. Gute Einblicke in diese Schichten sind in Jena (Jena-Formation) möglich. (Kernberge oder Steinbrüche auf dem Mönchsberg bzw. im Pennickental).

Der mittlere Muschelkalk besteht vor allem aus Evaporite die durch Eindampfungsprozesse entstanden sind.


Im oberen Muschelkalk herrschen wieder Kalke, Mergel und Dolomite vor.



 Zechstein                                    

Der Zechstein bildet zusammen mit dem Rotliegenden den Perm. Im Zechstein kam es zu wiederholten vordringen des Meeres, zu Verflachungen und Eindampfungen. Dadurch wurden in 5 Zyklen (früher 7) Sedimente entsprechend ihrer Löslichkeit abgelagert. Die Kalkablagerungen des Zechsteins findet man heute am Nordrand des Thüringer Waldes und im Thüringer Schiefergebirge.
Zechsteinkalke sind schon längere Zeit Ziel eines mehr oder weniger intensiven Abbaus.


oolithischer Kalkstein
                             oolithischer Kalkstein/Tannroda-Böttelborner Berg




Sandsteine aus Thüringen

Sandsteine sind Festgesteine mit gerundeten bis kantigen Körner deren Durchmesser zwischen 0,063 mm bis 2 mm betragen kann. Sandstein wird nicht nach dem Mineralbestand definiert jedoch kann Quarz als das Hauptmineral angesehen werden. Beträgt der Quarzanteil über 90% spricht man vom Quarzsandstein. Sind Komponenten von über 2mm Korndurchmesser im Gestein enthalten wird der Sandstein als konglomeratisch angesprochen. Schluffige bzw. tonige Sandsteine besitzen eine Korngröße von 0,063mm bzw. 0,002mm.


Rundungsgrade Sandstein


Neben dem Sammeln von Mineralen ist mit der Zeit auch eine Sammlung von Gesteinen aus Thüringen entstanden. Zwar stößt man als nicht wissentschaftlich ausgebildeter Sammler hier und dort an die Grenzen seiner Möglichkeiten, sei es da nur unzureichende technische Möglichkeiten vorhanden sind (z.b. Bestimmung von Vulkaniten), oder weil der eigene Erkenntnisstand Grenzen setzt. Trotzdem ist die Beschäftigung mit Gesteinen eine interessante und für den Sammler dankbare Aufgabe.
Gerade Sandsteine bieten eine breite Palette der Klassifizierungsmöglichkeiten. (Farbe, Korngröße, Schichtung, Kornrundungsgrad usw.)

Der Thüringer Buntsandstein zeigt die ganze Bandbreite der Eigenschaften die für Sandsteine typisch sind. Fein-bis grobkörnig, Mineralbestand, Farbe oder Bindemittel können dokumentiert werden und bieten eine Fülle von Möglichkeiten sich des Themas anzunehmen.
Schon sehr früh wusste man um die Vorzüge des Sandsteins. Seit Jahrhunderten wird in Thüringen Sandstein gebrochen und es gibt eine Reihe repräsentativer Bauten wo das Gestein Verwendung fand.

gut gerundete Sandkörner
gut gerundete Sandkörner im Gefüge eines Sandsteins/Bad Berka

Noch vor einiger Zeit war am Vorwerk Zinna Schichten der Solling-Folge aufgeschlossen. In den vergangenen Jahren war ich mehrfach am Aufschluss gewesen und neben den bekannten Mineralen der Fundstelle konnte ich 2 Sandsteine, die typisch für die Folge sind, mit nach Hause nehmen.

Das Bild  zeigt einen sogenannten Tigersandstein der seinen Namen dem gefleckten Aussehen verdankt. Die lochförmigen braunen Vertiefungen entstanden als Manganoxide aus dem Gestein gelöst wurden.


Tigersandstein


Buntsandsteinkarneole sind in Thüringen weit verbreitet. Zumeist findet er sich in gelbroter bis ziegelroter Farbe und bildet mehrere cm starke linsen- oder wulstförmige Konkretionen. An den Außenflächen sind die Karneole von Sandstein umgeben. So entstanden Bereiche Sandstein/Karneol in dem der Sandstein zum Karneol übergehenden Charakter zeigt. Zumeist ist er von rötlichen, streifigen Karneolbildungen durchzogen.




Einen fast oolithischen anmutenden Sandstein besitze ich aus der Kiesgrube Streicher bei Schöngleina. Deutlich sind im oberen Bereich des Gesteins kleine Kügelchen zu sehen. Mikroskopisch sind kleine Quarzkristalle erkennbar die durch ein kalkiges Bindemittel zu dieser Form gebunden werden. Teilweise werden die Quarzkristalle durch Dolomit überlagert.




Makroaufnahme von obenstehender Sandstein

Bei Sandstein gibt es durch Minerale bzw. Mineralgemenge, zahlreiche Farben zu beobachten. Gelbe bis bräunliche Sandsteine verdanken ihre Färbung Limonit, einem Mineralgemenge von Eisenhydroxiden. Chlorit oder Glaukonit verleit dem Gestein einen grünlichen Ton während schwarz bis schwarzbrauner Sandstein seine Farbe von organischen Resten erhält. Die rötliche Farbe entsteht durch Hämatit. Manchmal sind im Sandstein Konzentrationen dieses Minerals vorhanden.


Sandstein mit Hämatit
Sandstein mit Hämatit / Kiesgrube Erfurt

Die Nutzung des Sandsteines in Thüringen reicht einige Jahrhunderte zurück. In und außerhalb von Thüringen wurde der Sandstein zur Errichtung bedeutender Bauten verwendet. Stellvertretend für den Bausandstein sei an dieser Stelle der Seeberger Sandstein erwähnt.
Gebildet wurde er im oberen Keuper (Rhät) und man bezeichnet ihn deswegen als Rhätsandstein. Es handelt sich um ein feinkörniges, kieseliges Gestein von gelber bis gelbgrauer Farbe. Der Quarzanteil beträgt 95-99%. (Quarzsandstein) Bräunliche Limonitausfällungen sind in den bis zu 2m mächtigen Bänken häufig zu beobachten. Gebrochen wird das Gestein seit dem Mittelalter. Verwendung fand er z.b. beim Bau der Wartburg (1067), von Sanssouci in Potsdam oder dem Reichstagsgebäude in Berlin.


Steinbruch Seeberg
Steinbruch am Seeberg


Steinbruch am Seeberg








Travertin in Thüringen

In Thüringen gibt es ein Reihe bedeutender Vorkommen wo das Gestein gebrochen wird. Bekannt sind insbesondere die Vorkommen bei Bad Langensalza, Burgtonna, Mühlhausen, oder Ehringsdorf.

weitere Vorkommen: Engerda, Leutra, Winzerla, Mühlberg, Kindelbrück, Gräfentonna, Greußen, Klingen

Der Langensalzaer Travertin ist aus Süßkalken entstanden und nimmt somit eine Sonderstellung innerhalb der Thüringer Travertinvorkommen ein. Alle anderen Travertine entstanden aus Kalkstein der im Salzwasser entstanden ist. Der Langensalzaer Travertin lagerte sich auf dem Boden eines eiszeitlichen Sees ab wobei Tier-und Pflanzenreste zu Kalkstein versteinerten.

Der Travertin wird in der Bauindustrie verwendet wo er als Mauerstein oder als Fassadenplaten zum Einsatz kommt. Zahlreiche Bauwerke in Deutschland wurden mit diesem Gestein errichtet.  (z.B. Rathaus-Berlin/Charlottenburg, Marienkirche in Mühlhausen)

Der Travertin von Burgtonna entstand im Eem-Interglazial vor mehr als 70.000 Tsd. Jahren.
Das Vorkommen blickt auf eine 300 jährige paläontologische Geschichte zurück. Fundberichte gibt es seit der Mitte des 15 Jh. bis zur Gegenwart. Burgtonna ist in der Fachwelt wegen seiner bedeutenden Fossilienfunde bekannt. Eine Ausstellung von Fundstücken befindet sich im Naturkundemuseum Gotha.

Weltberühmt sind die Fundstellen von Humanoiden bei Ehringsdorf und Bilzingsleben. Neben den Humanoidenfunden sind die Travertine Fundort von fossilen Überresten von Großsäugern.







Lesen Sie auch:


Mineralfundstellen in Thüringen















Keine Kommentare: