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2012-12-24

Liebesgedichte von Achim von Arnim und Clemens Brentano Teil 2


Gemälde Achim von Arnim
Achim von Arnim gilt als einer der Hauptvertreter der sogenannten Heidelberger Romantik. Er wurde am 26.1.1781 in Berlin geboren und starb am 21.01.1831 in Wiepersdorf. Arnim hat in eine Fülle von Werken in vielen Gattungen hinterlassen, ist aber in die deutsche Literaturgeschichte vor allen als einer der Herausgeber der Sammlung "Des Knaben Wunderhorn" eingegangen das er zusammen mit seinem Schwager Clemens Brentano herausgab. Die Lyrik Arnims erreicht nicht die qualitative Höhe eines Eichendorff hat aber viele seiner Zeitgenossen beeinflusst.


Clemens Brentano
Clemens Brentano wurde am 9.09.1778 in Ehrenbreitstein geboren und starb am 28.07.in Aschaffenburg. Seine Schwester Bettina, eine von vielen Geschwistern, heiratete den Dichter Achim von Arnim und war selbst eine recht bekannte Schriftstellerin der damaligen Zeit. Neben der Lyrik schrieb Brentano auch Märchen und sein bekanntestes Werk in dieser Gattung dürfte "Gockel, Hinkel und Gackeleia" sein. Große Wirkung in der Zeit hatten vor allem seine religiösen Werke die heute, zu mindestens im deutschsprachigen Raum, nur noch Literaturhistorische Bedeutung haben. Von der Lyrik Brentanos sind auch heute einige Gedichte recht bekannt.








Achim von Arnim


Wahres Lieben, süßes Leben,
Wo zwei Herzen eins nur sind
Wie zwei Turteltäublein schweben,
Die ein treues Band verbind,
Wo die Lieb den Chor anstimmet,
Und die Treue giebt den Takt,
In dem Blut die Freude schwimmet,
Und der Puls auf Lauten schlagt.

Wo die Spröde muß pausieren,
Wenn die Lust ein Solo singt,
Wenn die Aeuglein pizikiren,
Bis der Lieb ein Saite springt,
Wenn die Herzen konkordiren,
Und schön singen in dem Ton,
Wird der Mund auch sekundiren,
Und ein Kuß giebt ihm den Lohn.

Will ein Ton ins Kreuzlein steigen,
Will ein B wie Weh erschalln,
Mag aufs Herz der Finger zeigen,
Und Musik ganz leise halln,
Weil die Noten in zwei Herzen
Einfach stehen in der Terz,
Laß uns ganz piano scherzen,
Und allegro leiden Schmerz






Ob ich liebe, möcht ich wissen
Ruhest Du in meinen Armen
Sinkt dein Auge ohn Erbarmen
Nieder auf das selige Kissen.
Wie bei Sonnenfinsternissen
Alle muntern Vögel schlafen
Also fühl ich mich entschlafen
Will Dein Aug mich nicht begrüßen

Ob ich liebe, möcht ich wissen!
Bin ich ganz mit mir alleine
Nenne ich Dich stets die Meine
Und muss immer Dich vermissen,
Dem magnetschen Schlaf entrissen
Muss ich wie Dein Traumbild leben,
Die Gedanken, dir ergeben
Lockst Du ab zu fernen Küssen.






Clemens Brentano



Die Erde war gestorben


Die Erde war gestorben
Ich lebte ganz allein
Die Sonne war verdorben,
Bis auf die Augen dein.

Du bietest mir zu trinken
Und blickest mich nicht an
Läßt du die Augen sinken
So ist s um mich getan.

Der Frühling regt die Schwingen
Die Erde sehnet sich
Sie kann nichts wiederbringen
Als dich, du Gute, dich.







Hörst du, wie die Brunnen rauschen,


Hörst du, wie die Brunnen rauschen,
Hörst du, wie die Grille zirpt?
Stille, stille, laß uns lauschen,
Selig wer in Träumen stirbt.

Selig, wen die Wolken wiegen,
Wem der Mond ein Schlaflied singt!
O wie selig kann der fliegen,
Dem der Traum den Flügel schwingt,

Daß an blauer Himmelsdecke
Sterne er wie Blumen pflückt:
Schlafe, träume, flieg, ich wecke
Bald Dich auf und bin beglückt.




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