> Gedichte und Zitate für alle: Gedichte zum Heiligabend und Weihnachtsgedichte Teil 2 (Brentano, Gellert, Hülshoff)

2012-12-16

Gedichte zum Heiligabend und Weihnachtsgedichte Teil 2 (Brentano, Gellert, Hülshoff)






Frieden


Kein Sternchen mehr funkelt,
Tief nächtlich umdunkelt,
Lag Erde so bang,
Rang seufzend mit Klagen
Nach leuchtenden Tagen,
Ach, Harren ist lang!

Als plötzlich erschlossen,
Vom Glanze durchgossen,
Der Himmel erglüht;
Es sangen die Chöre:
Gott Preis und Gott Ehre!
Erlösung erblüht.

Es sangen die Chöre:
Den Höhen sei Ehre,
Dem Vater sei Preis,
Und Frieden hienieden,
Ja Frieden, ja Frieden
Dem ganzen Erdkreis!

Clemens Brentano




Weihnachtslied


Dies ist der Tag, den Gott gemacht;
Sein werd in aller Welt gedacht!
Ihn preise, was durch Jesum Christ
Im Himmel und auf Erden ist.

Die Völker haben dein geharrt,
Bis daß die Zeit erfüllet ward;
Da sandte Gott von seinem Thron
Das Heil der Welt, dich, seinen Sohn.

Wenn ich dies Wunder fassen will;
So steht mein Geist vor Ehrfurcht still;
Er betet an, und er ermißt,
Daß Gottes Lieb unendlich ist.

Damit der Sünder Gnad erhält,
Erniedrigst du dich, Herr der Welt,
Nimmst selbst an unsrer Menschheit Theil,
Erscheinst im Fleisch zu unserm Heil.

Dein König, Zion, kömmt zu dir.
"Ich komm, im Buche steht von mir;
Gott, deinen Willen thu ich gern"
Gelobt sey, der da kömmt im Herrn!

Herr, der du Mensch geboren wirst,
Immanuel und Friedefürst,
Auf den die Väter hoffen sahn,
Dich, Gott Messias, bet ich an.

Du unser Heil und höchstes Gut,
Vereinest dich mit Fleisch und Blut,
Wirst unser Fruend und Bruder hier,
Und Gottes Kinder werden wir.

Gedanke voller Majestät!
Du bist es, der das Herz erhöht.
Gedanke voller Seligkeit,
Du bist es, der das Herz erfreut.

Durch Eines Sünde fiel die Welt,
Ein Mittler ists, der sie erhält.
Was zagt der Mensch, wenn der ihn schützt,
Der in des Vaters Schooße sitzt?

Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt,
Den Tag der heiligsten Geburt;
Und Erde, die ihn heute sieht,
Sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied.

Dies ist der Tag, den Gott gemacht;
Sein werd in aller Welt gedacht!
Ihn priese, was durch Jesum Christ
Im Himmel und auf Erden ist.

Christian F. Gellert



Zu Bethlehem, da ruht ein Kind



Zu Bethlehem, da ruht ein Kind,

im Kripplein, eng und klein,
das Kindlein ist ein Gotteskind,
nennt Erd' und Himmel sein.

Zu Bethlehem, da liegt im Stall,
bei Ochs und Eselein,
der Herr, der schuf das Weltenall,
Als Jesukindchen klein.

Von seinem gold'nen Thron herab
bringt's Gnad und Herrlichkeit,
bringt jedem eine gute Gab',
Die ihm das Herz erfreut.

Der bunte Baum, vom Licht erhellt,
der freuet uns gar sehr,
ach, wie so arm die weite Welt,
wenn's Jesukind nicht wär'!

Das schenkt uns Licht und Lieb' und Lust
in froher, heil'ger Nacht.
Das hat, als es nichts mehr gewußt,
sich selbst uns dargebracht.

O wenn wir einst im Himmel sind,
den lieben Englein nah,
dann singen wir dem Jesukind
das wahre Gloria.

Anette von Droste-Hülshoff




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