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2012-12-03

Metamorphes Gestein in Thüringen








Gneis und Rhyolith


Metamorphes Gestein in Thüringen

Methamorphes Gestein ist in Thüringen vor allem im Ruhlaer Kristallin und im Thüringer Schiefergebirge zu finden.

Ruhlaer Kristallin

Das Ruhlaer Kristallin wird in 4 Gruppen eingeteilt die wiederum in Formationen unterteilt werden.

Ruhlaer Gruppe

Die Ruhlaer Gruppe besteht hauptsächlich aus quarzitischen Muskovit-Chlorit(Biotit)-Glimmerschiefern und Gneisen in der örtlich Amphibol-Quarzit-Körper auftreten können. Selten sind Biotit-Gneise eingelagert. Granat-Glimmerschiefer die auch Staurolith führen können, Turmalinfelse und Kalksilikate treten stark verbreitet auf. Quarzite findet man im SW-Teil der Ruhlaer Gruppe (Vogelheide, Birkenheide) sowie bei Struth und Örenkammer. Amphiboliteinschaltungen sind fast ausschließlich auf das Gebiet um Ruhla beschränkt. Die Ruhlaer Gruppe wird in folgende Formationen gegliedert:


Gömigenstein- Formation

Metapelite, Phyllite, Glimmerschiefer, Zweiglimmergneise, Hornblendegneise, Chlorit-Biotitschiefer, Turmalinschiefer/felse, Quarzitschiefer

Struth- Formation

Quarzite, Quarzitglimmerschiefer, Zweiglimmergneise

Windsberg- Formation


Quarzite, Quarzitschiefer, Quarzitglimmerschiefer, Zweiglimmergneise

Trusetal-Gruppe

Zwischen Trusetal und Hohleborn und dem Semberg Sö von Brotterode befindet sich das Verbreitungsgebiet der Trusetal-Gruppe.
Diese besteht vor allem aus Metapeliten und Metagrauwacken in die Quarzbänder und Amphibolkörper eingeschaltet sind. Granatfels, seltener Kalksilikatfels sowie Graphitgneislagen sind an die Amphibolkörper gebunden.
Die Trusetalgruppe wird in folgende Formationen gegliedert:

Truse-Formation:

Biotit-Gneis, Granat-Staurolith-Zweiglimmergneis, akzessorische Minerale (Turmalin, Kyanit) Singulär Korund

Hohleborn-Formation

Granat-Staurolith-Zweiglimmergneis, Biotit-Gneise

Der Trusetal-Granit und Brotterode-Diorit wurden zusätzlich kontaktmetamorph überprägt. In der Kontaktaureole sind folgende Parageneseabfolgen feststellbar:

Andalusit/Kyanit+Staurolith+,-,Granat
Andalusit+Staurolith+,-,Granat
Sillimanit/Andalusit
Sillimannit/Kalifeldspat

Brotterode-Gruppe

Diese Gruppe besteht im wesentlichen aus migmatischen Biotit-Plagioklas-und Hornblendegneisen. Granat-Sillimannit-und Kalifeldspatführende Metapelite treten seltener auf.
In diesen Verbänden sind Amphibolite und Hornblendegneise eingelagert. Altersmessungen ergaben das die sedimentären Edukte aus 3 Liefergebieten stammen.
Fehlende Kenntnisse der Lagerverhältnisse sowie unzulängliche Aufschlußsituation verhindern ein weiteres untergliedern der Gruppe in Formationen.

Liebenstein-Gruppe

Die Liebenstein-Gruppe wird im Westen und Norden vom Ruhlaer-Granit begrenzt und im Südosten durch das Trusetalgranit. Die Gruppe bildet somit den zentralen Teil des Ruhlaer Kristallins.
Die Gruppe besteht zum vorwiegenden Teil aus migmatischen Biotit-Oligoklas-Gneisen in denen vereinzelt Hornblendegneise bzw. Amphibole eingeschaltet sind. Granat-Sillimanit-Gneise sind sehr selten während Cordirit-Sillimanit-Korund-Spinell-Gneise zu beobachten sind. Weitere Orthogneiskörper treten aud wie zB. der Steinbacher Augengneis.
Altersuntersuchungen ergaben das die Gruppe aus spätsilurischen- unterdevonischen Orthogneisen aufgebaut ist.

Thüringer Schiefergebirge

Im SO des Thüringer Waldes schließt sich das Thüringer Schiefergebirge an. Es ist eine nach Südosten geneigte Hochfläche.
4 Großfalteneinheiten bilden den Hauptanteil des Gebirges:


Schieferbruch in LehestenBlick auf Lehesten















Schwarzburg Antiklinorium (Proteroziokum-Oberdevon)
Ostthüringer Syklinorium (Dinant, Kulmflysch)
Bergaer Antiklinorium ( Kambrium-Oberdevon)

Ostthüringer Syklinorium (Dinant, Kulmflysch)
Bergaer Antiklinorium ( Kambrium-Oberdevon)
vogtländisches Synklinorium (Dinant-und Ordovizium)

Allgemein bezeichnet man die Linie Gehren-Allenfeld-Schönbrunn als Grenze zum Thüringer Wald obwohl diese Linie als unscharf zu bezeichnen ist.

Die ältesten Gesteine erreichen ein Alter von 600 Mill.Jahren und stammen aus dem Paläozikum/Kambrium an.
Der vorwiegende Teil der Gesteine stammt aus dem Ordovizium bis Karbon. Es sind zumeist Meeresablagerungen die durch Druck, Temperatur und Schollenbewegungen gefaltert oder geschiefert wurden.
Vorwiegende Gesteine sind: Tonschiefer, Alaunschiefer, Kieselschiefer, Kalksteine, Sandsteine, Grauwacke, Diabase u.a.

Methamorphes Gestein in Thüringen- wirtschaftliche Nutzung

In Thüringen gibt es eine Reihe von Erd.-und Gesteinslagerstätten die hauptsächlich für die Bauindustrie Gesteine liefert. Allerdings spielen hierbei Metamorphite nur eine untergeordnete Rolle.
Bei Trusetal wird Migmatit des Ruhlaer Kristallins für Brecherprodukte abgebaut. Dieser Steinbruch ist allerdings das letzte nennenswerte Abbaugebiet von metamorphen Gestein im Ruhlaer Kristallin.
Bei Bairoda und Brotterode wurde ein Biotit-Oligoklas-Gneis abgebaut. Die Steinbrüche an beiden Orten sind inzwischen stillgelegt.
Im Thüringer Schiefergebirge existierten in der Vergangenheit zahlreiche Abbaugebiete die die schwach metamorphisierten Sedimentite abbauten. Einige wenige haben heute noch wirtschaftliche Bedeutung.

Tonschiefer in Thüringen

Schieferbergbau hat in Thüringen eine lange Tradition und es existieren Unterlagen das die Bergleute des Thüringer Schiefergebirges bereits im 13. Jahrhundert das Gestein abbauten.


Schiefer aus Thüringen



Thüringer Schiefer verfügt über eine hohe Frost-und Hitzebeständigkeit sowie Resistenz gegenüber Umweltschadstoffen. 
Besonderst im Thüringer Schiefergebirge wird und wurde das Gestein als Dach-und Wandschiefer genutzt und es gibt Ortschaften die davon geprägt sind. 
Dem Schiefer ist in Steinach ein eigenes Museum gewidmet. 400 Jahre Schiefergeschichte werden dort dargestellt. Die Außstellung zeigt Produktionsprozesse der Schiefertafelherstellung sowie des Dachdeckerhandwerks.

Quellenverzeichnis

Seidel, Gerd Hrsg.
GEOLOGIE VON THÜRINGEN 
Eine moderne Geologie Thüringens, Mit Karten, Profilen und Abbildungen























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