> Gedichte und Zitate für alle: Die schönsten und bekanntesten Kinderlieder von Hoffmann von Fallersleben Teil1

2013-01-15

Die schönsten und bekanntesten Kinderlieder von Hoffmann von Fallersleben Teil1

musizierende Kinder





Kinderlieder nehmen im lyrischen Schaffen von Hoffmann von Fallersleben einen breiten Raum ein. Zeitlebens hat der Dichter Kinder geliebt und seine Familie war ein Hort der Geborgenheit für Fallersleben. Viele seine Gedichte wurden vertont und haben den Charakter von Volksliedern angenommen. (Alle Vögel sind schon da, Ein Männlein steht im Walde, Winter,ade und viele andere mehr) Mit erstaunlichen Einfühlungsvermögen gestaltet Fallersleben seine Gedichte und dringt in die Gefühlswelt von Kindern ein so das diese auch heute noch sehr bekannt sind da das Thema zeitlos ist. Die Kinderlieder strahlen Optimismus, Fröhlichkeit und Naturverbundenheit aus sind aber in einigen Fällen moralisierend oder spiegeln eine Illusion vor. Die Sprache und der Aufbau der Verse ist einfach und eingängig so das das lernen der Texte leicht fällt. 

Drei Jahre nach dem Tod des Dichters wurde von Dr.L.von Donop die Gesamtausgabe der Kinderlieder besorgt. Aus dieser 1877 erschienenen Sammlung sind diese Gedichte entnommen.

Die Kindergedichte von Hoffmann von Fallersleben sind sehr liebenswert und Besucher dieser Seite kann ich nur empfehlen die kleinen Perlen deutscher Lyrik in Ruhe zu lesen. Sicher entspricht die Sprache und der Ausdruck nicht immer unseren heutigen Anforderungen. Trotzdem sind sie allemal lesenswert. Neben den bekannten Gedichten habe ich auch weniger bekannte ausgewählt. Am Ende dieser Seite befindet sich das Wiegenlied. Manch Leser mag das Gedicht kitschig finden. Ich finde es rührend und es zeigt uns die tiefe Liebe, die der Dichter gegenüber Kindern empfindet. Genau deswegen mag ich Fallersleben, der übrigens auch, eine bedeutende politische Lyrik hinterlassen hat.




Frühlingsbotschaft



Kuckuck, Kuckuck, ruft's aus dem Wald.
Lasset uns singen,
tanzen und springen!
Frühling, Frühling wird es schon bald.

Kuckuck, Kuckuck lässt nicht sein Schrei'n:
Komm in die Felder,
Wiesen und Wälder!
Frühling, Frühling, stelle dich ein!"


Kuckuck, Kuckuck, trefflicher Held!
Was du gesungen,
ist dir gelungen:
Winter, Winter räumet das Feld!






Unser Storch


Habt Ihr ihn noch nicht vernommen?
Auf dem Dache sitzt er schon
Unser Storch ist heimgekommen,
Hört doch! hört den frohen Ton!
Klappre du, klappre du klapp klapp klapp!
Klappre du, klappre du immerzu !

Ja, du bist nun eingetroffen
nach so mancher Winternacht
hast enthüllet unser Hoffen
und den Frühling mitgebracht
Klappre du, klappre du klapp klapp klapp!
Klappre du, klappre du immerzu !

Ach, wie tönt in unsere Ohren
doch so süß der frohe Ton:
Ja, wir sind wie neugeboren
denn der Winter ist entfloh´ n
Klappre du, klappre du klapp klapp klapp!
Klappre du, klappre du immerzu !






Willkommen, lieber Frühling!


Sei willkommen, lieber Frühling!
Sei gegrüßt viel tausendmal!
Lieber Frühling, bleib recht lange,
Lang in unserm stillen Thal!

Dir zu Ehren sollen schallen
Unsre Flöten und Schalmei'n,
Und wir wollen dir zu Ehren
Tanzen unsern Ringelreih'n.

Und wir wollen Kränze winden
Und uns schmücken schön wie du,
Und wir wollen Lieder singen
Und so fröhlich sein wie du.






Frühlings Ankunft


Alle Vögel sind schon da,
Alle Vögel, alle!
Welch ein Singen, Musiziern,
Pfeifen, Zwitschern, Tiriliern,
Frühling will nun einmarschiern,
Kommt mit Sang und Schalle.

Wie sie alle lustig sind,
Flink und froh sich regen!
Amsel, Drossel, Fink und Star
Und die ganze Vogelschar
Wünschen dir ein frohes Jahr,
Lauter Heil und Segen.

Was sie uns verkünden nun,
Nehmen wir zu Herzen:
Wir auch wollen lustig sein,
Lustig wie die Vögelein,
Hier und dort, feldaus, feldein,
Singen, springen, scherzen.






Wiegenlied


Alles still in süßer Ruh,
Drum, mein Kind, so schlaf auch du!
Draußen säuselt nur der Wind:
Su-su-su, schlaf ein, mein Kind!

Schließ du deine Äugelein,
Laß sie wie zwei Knospen sein!
Morgen, wenn die Sonn' erglüht,
Sind sie wie die Blum' erblüht.

Und die Blümlein schau ich an,
Und die Äuglein küss ich dann,
Und der Mutter Herz vergißt,
Daß es draußen Frühling ist.

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