> Gedichte und Zitate für alle: Lieder für Kinder von Hoffmann von Fallersleben Teil 2

2013-01-17

Lieder für Kinder von Hoffmann von Fallersleben Teil 2








Ins grüne Feld



Der Frühling hat sich eingestellt,
Wohlan, wer will ihn sehn?
Der muß mit mir ins freie Feld,
Ins grüne Feld nun gehn.

Er hielt im Walde sich versteckt,
Daß niemand ihn mehr sah;
Ein Vöglein hat ihn aufgeweck,
Jetzt ist er wieder da.

Jetzt ist der Frühling wieder da!
Ihm folgt, wohin er zieht,
Nur lauter Freude, fern und nah,
Und lauter Spiel und Lied.

Und allen hat er, groß und klein,
Was Schönes mitgebracht,
Und sollt´s auch nur ein Sträußchen sein,
Er hat an uns gedacht.

Drum frisch hinaus ins freie Feld,
ins grüne Feld hinaus!
Der Frühling hat sich eingestellt
wer bliebe da zu Haus?






Wie mein Kind sich freuen kann!


Wie mein Kind sich freuen kann!
Sieht es nur ein Licht,
Sieht es nur ein Blümchen an,
Lächelt sein Gesicht.


Welche Freude wird es sein,
Wenn´s im Frühlingsfeld
Laufen kann im Sonnenschein
Durch die Blumenwelt!

Wie´s die Händchen dann erhebt
Nach dem Schmetterling!
Wie´s nach allem hascht und strebt!
Nichts ist ihm gering.

Und das Hälmchen in dem Ried,
Und das Blatt am Strauch,
Alles, alles, was es sieht,
Alles freut es auch.

Und wie wird die Freude sein
In der Sommernacht,
Wenn der Mond mit güldnem Schein
Ihm entgegenlacht!

Freue dich, mein liebes Kind!
Wer sich freuen kann,
Ist, sobald er nur beginnt,
Schon ein bessrer Mann!






Maienglöcklein läuten wieder




Maienglöcklein läuten wieder,
Denn der Frühling ziehet ein,
Und der Vögel helle Lieder
Heißen ihn willkommen sein.

Und mit Sonnenschein beladen
Und mit Blumenduft besä‘t
Nahet er von Gottes Gnaden,
Er, des Frühlings Majestät.

Und an eines Berges Halde
Schlägt er auf sein Königszelt,
Und beruft aus Feld und Walde
Hin zu sich die Sängerwelt.

Und er spricht zu ihnen allen:
Hört, ihr Sänger groß und klein
Jeder singe nach Gefallen,
Frei soll alles Singen sein! —

Und die Maienglöckchen klangen
Niemals noch so hell und laut,
Und die kleinen Vöglein sangen
Niemals noch so hold und traut

Warum klingen doch die Lieder
Und die Glöckchen weit und breit?
Ja, dem Frühling gilt es wieder,
Mehr doch gilt‘s der Singfreiheit






Kinderreigen




So geht´s auf unsre Weise,
So ist es Kinderbrauch:
Wir drehn uns um im Kreise
Und tanzen auch —
Immer herum,
Bum bidibum! bum!

Wir brauchen keine Geigen
Und brauchen keinen Baß,
Wir spielen uns zum Reigen
Schon selber was.
Immer herum,
Bum bidibum! bum!

Und ist ein Tanz zu Ende,
Gleich fängt ein andrer an,
Wir reichen uns die Hände
Und tanzen dann
Immer herum,
Bum bidibum! bum!






Wettstreit




Der Kuckuck und der Esel,
die hatten einen Streit.
Wer wohl am besten sänge,
Zur schönen Maienzeit.

Der Kuckuck sprach: "Das kann ich!"
und fing gleich an zu schrein.
"Ich aber kann es besser!"
Fiel gleich der Esel ein.

Das klang so schön und lieblich,
so schön von fern und nah;
Sie sangen alle beide:
"Kuku, kuku iah !

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