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2013-03-08

Gedichte zu Thema Mutter, Muttertag, Mutterliebe Teil 2







Die Mutter wiegt ihr Kindlein
Beim einsamen Lampenschein:
Mein kleines Kind, mein glückliches Kind!
Welch Glück, so klein zu sein!

Das Glück ist wie ein Hemdlein,
Es sitzt so gut und fein,
Doch mit den Jahren wächst man draus
Und wächst sich nimmer drein!

Die Mutter wiegt ihr Kindelein
Und sieht es an und weint,
Das Kindlein lächelt still empor,
Und weiß nicht was sie meint.

So sah mir auch meine Mutter
Oft weinend ins Gesicht,
Ich lächelte still zu ihr empor
Denn ich verstand sie nicht.

Du hast mich erst ihr Weinen
Verstehn gelehrt, mein Kind:
Denn nur ein Mutterherz versteht,
Was Muttertränen sind!

Johann Gabriel Seidl
Mutters Hände

Hast uns Stulln jeschnitten
un Kaffe jekocht
un de Töppe rübajeschohm -
un jewischt un jenäht
un jemacht un jedreht...
alles mit deine Hände.

Hast de Milch zujedeckt,
uns bobongs zujesteckt
un Zeitungen ausjetragen -
hast die Hemden jezählt
und Kartoffeln jeschält...
alles mit deine Hände.

Hast uns manches Mal
bei jroßem Schkandal
auch'n Katzenkopp jejeben.
Hast uns hochjebracht.
Wir wahn Sticker acht,
sechse sind noch am Leben...
Alles mit deine Hände.

Heiß warn se un kalt.
Nu sind se alt.
Nu bist du bald am Ende.
Da stehn wir nu hier,
und denn komm wir bei dir
und streicheln deine Hände.


Kurt Tucholsky
Willst du auf die Erde

Sprach der Herr zu mir,
Brauchst du Liebe,
Die dich schützt,
Brauchst du Treue,
Die dich nie verläßt.

Doch wirst du auf Erden
Finden nicht so bald
Lieb und Treue
Echt und heilig;
Darum geb' ich dir
Von meiner mit.

Und ich will sie legen,
Liebes Menschenkind,
Dass du findest
In der Trübsal
Diese Gaben,
In das Mutterherz.

Peter Rosegger
Keine Weisheit, die auf Erden gelehrt werden kann, kann uns das geben, was uns ein Wort und ein Blick der Mutter gibt.

Wilhelm Raabe







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