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2013-03-08

Gedichte zum Thema Muttertag, Mutterliebe usw. Teil 1


Frau mit Kind zum Muttertag








An meine Mutter

Sieh, von allen den Liedern
nicht eines gilt dir, o Mutter,
dich zu preisen, o glaub's !
bin ich zu arm und zu reich.

Ein noch ungesungenes Lied,
ruhst du mir am Busen,
keinem vernehmbar sonst,
mich nur zu trösten bestimmt

wenn sich das Herz unmutig
der Welt abwendet
und einsam seines himmlischen Teils
ewigen Frieden bedenkt.

Eduard Mörike
Obgleich kein Gruß, obgleich kein Brief von mir
So lang dir kommt, lass keinen Zweifel doch
Ins Herz, als wär die Zärtlichkeit des Sohns
Die ich dir schuldig bin, aus meiner Brust
Entwichen. Nein, so wenig als der Fels,
Der tief im Fluss vor ew'gem Anker liegt,
Aus seiner Stätte weicht, obgleich die Flut
Mit stürm'schen Wellen bald, mit sanften bald
Darüber fliesst und ihn dem Aug entreißt,
So wenig weicht die Zärtlichkeit für dich
Aus meiner Brust, obgleich des Lebens Strom,
Vom Schmerz gepeitscht, bald stürmend drüber fließt
Und von der Freude bald gestreichelt, still
Sie deckt und nie verhindert, dass sie nicht
Ihr Haupt der Sonne zeigt und ringsumher
Zurückgeworfen Strahlen trägt und dir
Bei jedem Blicke zeigt, wie dich dein Sohn verehrt.

Johann Wolfgang von Goethe
Heimat

Und auch im alten Elternhause
und noch am Abend keine Ruh?
Sehnsüchtig hör ich dem Gebrause
der hohen Pappeln draußen zu.

Und höre sacht die Türe klinken,
Mutter tritt mit der Lampe ein,
und alle Sehnsüchte versinken,
o Mutter, in dein Licht hinein.

Richard Dehmel
An meine Mutter

Ich bin's gewohnt, den Kopf recht hoch zu tragen,
Mein Sinn ist auch ein bißchen starr und zähe,
Wenn selbst der König mir ins Antlitz sähe,
Ich würde nicht die Augen niederschlagen.

Doch, liebe Mutter, offen will ich's sagen:
Wie mächtig auch mein stolzer Mut sich blähe,
In deiner selig süßen, trauten Nähe
Ergreift mich oft ein demutvolles Zagen.

Ist es dein Geist, der heimlich mich bezwinget,
Dein hoher Geist, der alles kühn durchdringet,
Und blitzend sich zum Himmelslichte schwinget?

Quält mich Erinnerung, daß ich verübet
So manche Tat, die dir das Herz betrübet?
Das schöne Herz, das mich so sehr geliebet?

Heinrich Heine
So nimm die einfach schlichte Gabe hin,
von einfach ungeschmückten Wort getragen,
und meine ganze Seele nimm darin
wo man am meisten fühlt, weiß man
nicht viel zu sagen!

Annette von Droste Hülshoff
Das Mutterherz ist der schönste und unverlierbarste Platz des Sohnes selbst wenn er schon graue Haare trägt – und jeder hat im ganzen Weltall nur ein einziges solches Herz.

Adalbert Stifter
Meiner Mutter

Wie oft sah ich die blassen Hände nähen,
Ein Stück für mich - wie liebevoll du sorgtest.

Ich sah zum Himmel deine Augen flehen,
Ein Wunsch für mich - wie liebevoll du sorgtest.

Und an mein Bett kamst du mit leisen Zehen,
Ein Schutz für mich - wie sorgenvoll du horchtest.

Schon längst dein Grab die Winde überwehen,
Ein Gruß für mich - wie liebevoll du sorgtest.

Detlev von Liliencron
Mit einer Kindheit voll Liebe kann man ein halbes Leben hindurch die kalte Welt aushalten.

Jean Paul
So gern hätt' ich ein schönes Lied gemacht
von deiner Liebe, deiner treuen Weise,
Die Gabe die für and're immer wacht,
hätt' ich so gern geweckt zu deinem Preise.

Doch wie ich auch gesonnen mehr und mehr
und wie ich auch die Reime mochte stellen,
des Herzens Fluten wallten darüber her,
zerstörten mir des Liedes zarte Wellen.

So nimm die einfach schlichte Gabe hin,
von einfach ungeschmückten Wort getragen,
und meine ganze Seele nimm darin:
Wo man am meisten fühlt, weiß man nicht viel zu sagen.

Annette von Droste-Hülshoff
Die mich einst ...

Die mich einst mit Schmerz gebar
doch mit Mutterfreuden -
da ich noch ein Knäblein war,
vieles mußte leiden,

Stets mich doch mit Sorg' gepflegt
und mit Angst und Mühe
und mich oft noch huldreich trägt:
Siehe, wie ich blühe.

Und ein Liedchen singe ich
die voll Dank und Freude.
Nimm es an und freue dich,
höre, was ich heute

Wünsche dir voll Dankbarkeit:
Lebe uns zufrieden
lange noch; was dich erfreut
müsse dich hinieden

Stets beglücken; ohne Rast
blühen deine wangen
von Gesundheit, Sorgenlast
möge dich nicht fangen.

Und mit froher Munterkeit
werd des Alters Beute,
schau der Kinder Seligkeit,
sieh, dies wünsch ich heute.

Novalis






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