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2013-03-12

Gedichte zum Thema Verlobung, Verlöbnis


Rosen zur Verlobung




Dass nimmer trübe Ungemach,
dass fern euch bleibe Not und Schmach,

dass nie ihr eine Träne weint,
dass stets in Liebe ihr vereint,
dass stets ihr aller Sorgen bar
das wünsch’ ich dem verlobten Paar!

Theodor Storm

Auf eine Verlobung



Du bist so bleich geworden
Seit ich dich nicht mehr sah.
So nah ist dir's gegangen, daß ich so ferne war?
Sieh, heut Nacht wolln wir
Unter dem Silbermond
An unserer alten Linde stehn,
Und wieder froh sein.
Sieh, ich hab um dich gerungen
Und bin deiner wert geworden.
Denn dein Ring an meinem Finger
Band mich gut.
Komm Geliebte, und sei froh.

Du schweigst, was schweigst du?
Ach, dein Schweigen schreit zu laut.
Der andre nennt dich eigen,
Dem andren bist du Braut?
Doch deine Lippen,
Die weich lachten,
Sind bleich und fahl
Und zucken vor Qual.

Nein, nein, du liebst ihn nicht.
Was duckst du dich,
Wie einem Keulenschlag,
Vor diesem kleinen Wort?
So denkst du noch an jenen Tag,
An jene Nacht im lauen Mai.
Wo groß und frei wir lachten,
Ich dich umschlang
Und alles hinter uns versank.

Nun rieseln denn nicht Tränen
Dir ins Gesicht,
Weinst du nicht
Vor Sehnen
Nach jener Frühlingsnacht?
So weine doch!

Ach, du kannst nicht mehr weinen.
So lache doch
Recht bittergell!
Auch das nicht.
Aber ich will lachen,
Ein großes, schönes, und befreites Lachen,
Wie an der Linde einst im Mai,
Daß ich jemals an dich mich weggeworfen.

Georg Heym

Verlobung

Haben die Götter es also versehen,
Liebet euch lieblich, ich willige zu,
Wollet euch ehrlich und ehlich begehen,
Mehren und ehren in lieblicher Ruh.

Arnim/Brentano


Zur Verlobung

Es war ein Abend, sternlos, grau und feucht,
Gleichgültig zog der Wind am Strom entlang,
Und wieder trennen sollte uns der Gang,
Zu dem ich dir so still den Arm gereicht.

O Welt, wie anteillos und doch voll Klang,
O Herz, wie oft getäuscht und nicht gebeugt.
Der Tag, auf den du warst vertröstet, weicht
Und hat verscherzt der Hoffnung ernsten Drang.

Wir schieden schon – da drückt sich Hand in Hand,
Und beide ziehn im Glückstopf gleiches Los,
Uns eint auf freier Straß' ein freies Band,

Daß ich die Hand nun nimmer lasse los,
Das macht des Steines Sinnbild dir bekannt,
Der Ring sei nicht zu klein und nicht zu groß.

Achim von Arnim

Vergleichbar den Verlobungsringen
aus echtem, fugenlosem Gold,
so bleibe Euch in allen Dingen
das Glück der Liebe immer hold!

Friedrich Morgenroth


Verlöbnis

Ich gab dir keinen Schwur, dir zu gehören,
Weil um das Wort Dämonen uns beneiden.
Die Seelen, die wir so in Leiber kleiden,
Die stumme Brut der Nacht will sie zerstören.

Den Machtspruch alles Seins - wer kann ihn hören?
Schwur sich die Nacht den Sternen zu mit Eiden?
Wird je die Nachtigall vom Frühling scheiden?
Nur was man brechen kann, mag man beschwören.

Natur verlobt' uns, die mit ew'gem Triebe,
Was seelenvoll erschaffen ist auf Erden,
In Sehnsucht zwingt sein andres Ich zu suchen.

Und will Natur je scheiden diese Liebe,
Muss sie meineidig an sich selber werden
Und, was sie eingesegnet, selbst verfluchen.

Paul Heyse

Zur Verlobung

Das Herz so voll, der Kopf so leer,
Ich finde nichts als Worte;
Sie tanzen auf, sie taumeln her,
Und stets am falschen Orte.

Das findt sich nicht, das reimt sich nicht,
Nur wirre Klagetöne.
Das gibt mir ewig kein Gedicht
An dich, du schlanke Schöne.

Du siehst, ich red auch nur von mir,
Statt deiner zu gedenken,
Wünsch weder Glück noch Segen dir,
Ich wollte dich beinah kränken.

Ich wollt .... o Gott, nun geht's nicht mehr,
Mein Aug' quillt mächtig über:
Ich wollt, daß ich ein andrer wär
Und dir ein wenig lieber.

Frank Wedekind

O glücklich, wer ein Herz gefunden,
das nur in Liebe denkt und sinnt
und mit der Liebe treu verbunden,
sein schön'res Leben erst beginnt.

Wo liebend sich zwei Herzen einen,
nur eins zu sein in Freud und Leid,
da muss des Himmels Sonne scheinen
und heiter lächeln jede Zeit.

Die Liebe, nur die Lieb’ ist Leben!
Kannst du dein Herz der Liebe weihn,
So hat dir Gott genug gegeben,
Heil dir! die ganze Welt ist dein!

Hoffmann von Fallersleben

Die Verlobung

Wenn ein goldner Ring am Finger ewig kann die Liebe binden,
Goldne Locken, warum wollt ihr tausend um das Herz mir winden?
Mädchen, mit so vielen Ringen hast du dich verlobt an mich:
Lass es dich nicht mehr verdrießen, nenn' ich nun die Meine dich.

Wilhelm Müller

Verlobung

Es paßt uns nicht die alte Leier
In unsren jungen Liebesrausch,
Wir denken und wir fühlen freier
Und wollen's auch beim Ringetausch;
Der Treue Pfand, zu dieser Stunde
Empfang's in perlend-goldnem Wein
Und laß den Ring auf Bechers Grunde
Dir Sinnbild meines Lebens sein.
Laß übersprudeln mich und freue
Der Kraft dich, die da schäumt und gärt,
Denn innen, wie dies Bild der Treue,
Lebt meine Liebe unversehrt.

Theodor Fontane





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