> Gedichte und Zitate für alle: Abschieds- und Trauergedichte deutscher Klassiker Teil 6

2013-05-19

Abschieds- und Trauergedichte deutscher Klassiker Teil 6









Als Knabe verschlossen und trutzig,
Als Jüngling anmaßlich und stutzig,
Als Mann zu Taten willig.
Als Greis leichtsinnig und grillig!- 

Auf deinen Grabstein wird man lesen:
Das ist fürwahr ein Mensch gewesen! 

J.W.v.Goethe

Was das Schicksal schickt, ertrage,
auch im Leben nicht verzage.
Ob in Freude, ob in Trauer;
glaube niemals an die Dauer.

T. Storm

Trennung ist wohl Tod zu nennen,
denn wer weiß, wohin wir gehen,
Tod ist nur ein kurzes Trennen
auf ein baldig Wiedersehn.

J.v.Eichendorff

Leget mir kein kaltes Erz
Keinen schweren Stein aufs Herz!
Pflanzet Blumen auf mein Grab,
Die sich richten himmelwärts;
Küßt der Morgenlüfte Scherz;
Die auf meiner Gruft vergehn
In des Herbstes trüben Schmerz,
Und der Auferstehung Fest
Feiern, wenn sie weckt der März.

F.Rückert

Lass mein Aug den Abschied sagen,
den mein Mund nicht nehmen kann!
Schwer, wie schwer ist es zu tragen,
und ich bin doch sonst ein Mann.

J.W.v.Goethe

Letzter Wille

Wenn einst der Tod an mein Lager tritt, 
Drei Stücke gib in den Sarg mir mit:
Geraniumblüte, brennend rot,
Wie meine Lieb' war bis zum Tod;
Ein duftend Röslein auch leg' hin,
Wild wachsend wie mein freier Sinn;
Ein Lorbeerzweig lieg' auch dabei, 
Ein Zweig nur, daß kein Kranz es sei!
Dann setz' an meinen Sarg dich hin 
Und weine, daß ich gestorben bin;
Und sprichst du dann: Wie der, wie der, 
So liebt mich niemand auf Erden mehr!
Dann ist mein Tagewerk getan,
Dann schwingt mein Geist sich himmelan!

F.Halm


So wie ein Blatt vom Baume fällt,
geht ein Leben aus der Welt,
die Vöglein singen weiter.

Keine Kommentare: