> Gedichte und Zitate für alle: Die 12 Monate- Gedichte- Teil 2 Februar

2013-05-26

Die 12 Monate- Gedichte- Teil 2 Februar







Cäsar Otto Flaischlen

Februar

Schon leuchtet die Sonne wieder am Himmel
und schmilzt die Schneelast von den Dächern
und taut das Eis auf an den Fenstern
und lacht ins Zimmer: Wie geht`s? Wie steht`s?

Und wenn es auch noch lang nicht Frühling,
so laut es überall tropft und rinnt ...
du sinnst hinaus über deine Dächer ...
du sagst, es sei ein schreckliches Wetter,
man werde ganz krank. Und bist im Stillen
glückselig drüber wie ein Kind
Rudolf Georg Binding

Februar

Ist auch der kürzeste Mond
für deine Liebe nicht lang:
wo sie sich selber belohnt
sei um die Liebe nicht bang.

Spute dich! Küsse! dich zwingt
fliehend der kürzeste Mond.
Wie uns die Liebe verjüngt
hat sich dein Eifer belohnt.

 Leopold Friedrich Günther von Goeckingk

Der Winterabend

Welch ein Wetter! - Soll ich fort?
Oder soll ich bleiben?
Wie die düstern Wolken dort
Sich einander treiben!
Wie der Knopf am Kirchenturm'
Schwankt auf seiner Stange!
Horch! wie, mehr vor Schnee und Sturm
Als vor Menschen bange,
Aller Raben Angstgeschrei
Um ein Obdach flehet
Und der Kautz im Turme frei
Gegen sie sich blähet;
Wie von meinen Fenstern ab
Dicke Schloßen prallen,
Rasselnd von dem Dach' herab
Morsche Ziegel fallen,
Und noch lauter als das Horn,
Das den Schlaf zerstreuet,
Straf' mich nicht in deinem Zorn!
Kunz, der Heuchler, schreiet!
Sieh! wie selbst die Rosse dort
Fortzugehn sich sträuben!
Welch ein Wetter! - Soll ich fort?
Oder soll ich bleiben? -

Was besinnen! - Heinrich! he!
Sattle noch den Rappen!
Sollt' ich auch in tiefem Schnee
Nach dem Wege tappen,
Sollt ich auch an starrer Hand
Meinen Renner leiten,
Und zuerst vom Felsenrand'
In die Tiefe gleiten.
Mag ich ganze Meilen mich
In dem Forst' verirren,
Mag der Schuhuh fürchterlich
Ueberm Kopf' mir schwirren
Und der Wind durchs trockne Laub
Alter Eichen rauschen
Und ein Räuber auf den Raub
In dem Dickicht' lauschen,
Mir mit aufgespanntem Hahn
Nach der Kehle greifen,
Und auf einem Wolfeszahn'
Seiner Bande pfeifen.
Was sind Räuber, Schnee und Wind!
Sie ist mein gewärtig!
Heinrich! Heinrich! o geschwind!
Ist der Rappe fertig?





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