> Gedichte und Zitate für alle: Gedichte deutscher Dichter die Volkslieder wurden Teil 2

2013-05-05

Gedichte deutscher Dichter die Volkslieder wurden Teil 2







Worte: L.C.H.Hölty
Musik: W.A.Mozart

Der alte Landmann an seinen Sohn

 Üb' immer Treu und Redlichkeit,
Bis an dein kühles Grab;
Und weiche keinen Fingerbreit
Von Gottes Wegen ab.
Dann wirst du, wie auf grünen Aun,
Durchs Pilgerleben gehn;
Dann kannst du, sonder Furcht und Graun,
Dem Tod' ins Auge sehn.

Dann wird die Sichel und der Pflug
In deiner Hand so leicht;
Dann singest du, beym Waßerkrug,
Als wär dir Wein gereicht.
Dem Bösewicht wird alles schwer,
Er thue was er thu!
Der Teufel treibt ihn hin und her,
Und läßt ihm keine Ruh!

Der schöne Frühling lacht ihm nicht,
Ihm lacht kein Ährenfeld;
Er ist auf Lug und Trug erpicht,
Und wünscht sich nichts als Geld.
Der Wind im Hayn, das Laub am Baum,
Sauft ihm Entsezen zu;
Er findet, nach des Lebens Traum,
Im Grabe keine Ruh.

 Dann muß er, in der Geisterstund',
Aus seinem Grabe gehn;
Und oft, als schwarzer Kettenhund,
Vor seiner Hausthür stehn.
Die Spinnerinnen, die das Rad
Im Arm, nach Hause gehn,
Erzittern wie ein Espenblatt,
Wenn sie ihn liegen sehn.

Und jede Spinnestube spricht
Von diesem Abentheur,
Und wünscht den todten Bösewicht
Ins tiefste Höllenfeur.
Der alte Kunz war, bis ans Grab,
Ein rechter Höllenbrand;
Er pflügte seinem Nachbar ab,
Und stahl ihm vieles Land.

Nun pflügt er, als ein Feuermann,
Auf seines Nachbars Flur;
Und mißt das Feld, hinab hinan,
Mit einer glühnden Schnur.
Er brennet, wie ein Schober Stroh,
Dem glühnden Pfluge nach;
Und pflügt, und brennet lichterloh,
Bis an den hellen Tag.

Der Amtmann, der im Weine floß,
Die Bauren schlug halbkrum,
Trabt nun, auf einem glühnden Roß,
In jenem Wald herum.
Der Pfarrer, der aufs Tanzen schalt,
Und Filz und Wuchrer war,
 Steht nun, als schwarze Spukgestalt,
Am nächtlichen Altar.

Üb' immer Treu und Redlichkeit,
Bis an dein kühles Grab,
Und weiche keinen Fingerbreit
Von Gottes Wegen ab.
Dann suchen Enkel deine Gruft,
Und weinen Thränen drauf,
Und Sommerblumen, voll von Duft,
Blühn aus den Thränen auf.
Worte: J. v. Eichendorff
Musik: Friedrich Glück

Das zerbrochene Ringlein

In einem kühlen Grunde
Da geht ein Mühlenrad,
Mein Liebste ist verschwunden,
Die dort gewohnet hat.

Sie hat mir Treu versprochen,
Gab mir ein'n Ring dabei,
Sie hat die Treu gebrochen,
Mein Ringlein sprang entzwei.

Ich möcht als Spielmann reisen
Weit in die Welt hinaus,
Und singen meine Weisen,
Und gehn von Haus zu Haus.

Ich möcht als Reiter fliegen
Wohl in die blut'ge Schlacht,
Um stille Feuer liegen
Im Feld bei dunkler Nacht.

Hör ich das Mühlrad gehen:
Ich weiß nicht, was ich will –
Ich möcht am liebsten sterben,
Da wär's auf einmal still!
Worte: J.V. Eichendorf
Musik: F. M. Bartholdy

O Täler weit, o Höhen

O Täler weit, o Höhen,
O schöner, grüner Wald,
Du meiner Lust und Wehen
Andächt´ger Aufenthalt.
Da draußen, stets betrogen,
Saust die geschäft´ge Welt;
Schlag noch einmal die Bogen,
Um mich, du grünes Zelt.

Wenn es beginnt zu tagen,
Die Erde dampft und blinkt,
Die Vögel lustig schlagen,
Daß dir dein Herz erklingt:
Da mag vergehn, verwehen
Das trübe Erdenleid,
Da sollst du auferstehen
In junger Herrlichkeit

Im Walde steht geschrieben
Ein stilles, ernstes Wort
Vom rechten Tun und Lieben
Und was der Menschen Hort.
Ich habe treu gelesen
Die Worte schlicht und wahr.
Und durch mein ganzes Wesen
Ward´s unaussprechlich klar

Bald werd ich dich verlassen,
Fremd in der Fremde gehn,
Auf buntbewegten Gassen
Des Lebens Schauspiel sehn;
Und mitten in dem Leben
Wird deines Ernsts Gewalt
Mich Einsamen erheben,

Keine Kommentare: