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2013-05-06

Gedichte deutscher Dichter die zu Volkslieder wurden Teil 3





Text: J. v. Eichendorff
Musik: F. T. Fröhlich

Wem Gott will rechte Gunst erweisen

Wem Gott will rechte Gunst erweisen
Den schickt er in die weite Welt,
Dem will er seine Wunder weisen
In Berg und Wald und Strom und Feld.

Die Bächlein von den Bergen springen,
Die Lerchen singen hoch vor Lust,
Was sollt' ich nicht mit ihnen singen
Aus voller Kehl' und frischer Brust!

Den lieben Gott laß' ich nur walten,
Der Bächlein, Lerchen, Strom und Feld
Und Erd' und Himmel will erhalten,
Hat auch mein Sach' auf's Best gestellt.
Worte: J.W.v.Goethe
Musik: K. F. Zelter

Es war ein König in Thule

Es war ein König in Thule
gar treu bis an das Grab,
dem sterbend seine Buhle
einen goldnen Becher gab.

Es ging ihm nichts darüber,
er leert' ihn jeden Schmaus;
die Augen gingen ihm über,
so oft er trank daraus.

Und als er kam zu sterben,
zählt' er seine Städt' im Reich,
gönnt' alles seinen Erben,
den Becher nicht zugleich.

Er saß beim Königsmahle,
die Ritter um ihn her,
auf hohem Vätersaale,
dort auf dem Schloss am Meer.

Dort stand der alte Zecher,
trank letzte Lebensglut
und warf den heil'gen Becher
hinunter in die Flut.

Er sah ihn stürzen, trinken,
und sinken tief ins Meer;
die Augen täten ihm sinken;
trank nie einen Tropfen mehr.
Worte: J.W.v.Goethe
Musik: H. Werner

Sah ein Knab ein Röslein stehn,

Sah ein Knab ein Röslein stehn,
Röslein auf der Heiden,
War so jung und morgenschön,
Lief er schnell, es nah zu sehn,
Sah's mit vielen Freuden.
Röslein, Röslein, Röslein rot,
Röslein auf der Heiden.

Knabe sprach: Ich breche dich,
Röslein auf der Heiden!
Röslein sprach: Ich steche dich,
Daß du ewig denkst an mich,
Und ich will's nicht leiden.
Röslein, Röslein, Röslein rot,
Röslein auf der Heiden.

Und der wilde Knabe brach
's Röslein auf der Heiden;
Röslein wehrte sich und stach,
Half ihr doch kein Weh und Ach,
Mußt' es eben leiden.
Röslein, Röslein, Röslein rot,
Röslein auf der Heiden.
Worte: W. Müller
Musik: F. Schubert

Am Brunnen vor dem Tore

Am Brunnen vor dem Tore,
Da steht ein Lindenbaum
Ich träumt' in seinem Schatten
So manchen süßen Traum.
Ich schnitt in seine Rinde
so manches liebe Wort;
Es zog in Freud und Leide
Zu ihm mich immer fort,
Zu ihm mich immer fort.

Ich mußt' auch heute wandern
Vorbei in tiefer Nacht,
Da hab ich noch im Dunkel
Die Augen zugemacht.
Und seine Zweige rauschten,
Als riefen sie mir zu:
Komm her zu mir, Geselle,
Hier findst Du Deine Ruh,
Hier findst Du Deine Ruh!

Die kalten Winde bliesen
Mir grad in's Angesicht;
Der Hut flog mir vom Kopfe,
Ich wendete mich nicht.
Nun bin ich manche Stunde
entfernt von jenem Ort,
Und immer hör ich’s rauschen:
Du fändest Ruhe dort,
Du fändest Ruhe dort!
Worte: W. Müller
Musik: F. Schubert

Das Wandern ist des Müllers Lust

Das Wandern ist des Müllers Lust,
das Wandern!
Das muss ein schlechter Müller sein,
dem niemals fiel das Wandern ein,
dem niemals fiel das Wandern ein,
das Wandern, Wandern
das Wandern, das Wandern,
das Wandern, das Wandern, das Wandern.

Vom Wasser haben wir's gelernt,
vom Wasser haben wir's gelernt,
vom Wasser!
Das hat nicht Rast bei Tag und Nacht,
ist stets auf Wanderschaft bedacht,
ist stets auf Wanderschaft bedacht,
das Wasser, Wasser,
das Wasser, das Wasser,
das Wasser, das Wasser, das Wasser.

Das sehn wir auch den Rädern ab,
das sehn wir auch den Rädern ab,
den Rädern!
Die gar nicht gerne stille stehn,
die sich mein Tag nicht müde drehn,
die sich mein Tag nicht müde drehn,
die Räder, Räder,
die Räder, die Räder,
die Räder, die Räder, die Räder.

Die Steine selbst, so schwer sie sind,
die Steine selbst, so schwer sie sind,
die Steine!
Sie tanzen mit den muntern Reihn
und wollen gar noch schneller sein,
und wollen gar noch schneller sein,
die Steine, Steine,
die Steine, die Steine,
die Steine, die Steine, die Steine.

O Wandern, Wandern, meine Lust,
o Wandern, Wandern, meine Lust,
o Wandern!
Herr Meister und Frau Meisterin,
lasst mich in Frieden weiterziehn
lasst mich in Frieden weiterziehn
und wandern, wandern
und wandern und wandern,
und wandern und wandern und wandern.






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