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2013-06-19

Das Herz in Gedichten deutscher Autoren Teil 4

Rosen -Blumen fürs Herz




Friedrich von Bodenstedt

Ei, du närrisches Herz,
Daß dich klagend gebeugst hast!
Du bejammerst den Schmerz,
Den du selber erzeugt hast!
Du verzweifelst in Gefahr heut
Und suchst doch selbst die Gefahr!
Und ich kenne deine Narrheit
Und bin selbst ein solcher Narr!
Theodor Fontane

Wo sich Herz zum Herzen find't

Glück, von allen deinen Losen
Eines nur erwähl' ich mir.
Was soll Gold? Ich liebe Rosen
Und der Blumen schlichte Zier.

Und ich höre Waldesrauschen,
Und ich seh’ ein flatternd Band –
Aug' in Auge Blicke tauschen,
Und ein Kuss auf deine Hand.

Geben nehmen, nehmen geben,
Und dein Haar umspielt der Wind.
Ach, nur das, nur das ist Leben,
Wo sich Herz zum Herzen find't.
Felix Dörmann

Mein Herz ist todt

 Wenn meiner Lieder düsterrothe Feuer
In wilden Flackertänzen Dich umsprüh'n,
O glaube nicht, dass Du mir lieb und theuer,
Dass diese Flammen aus dem Herzen glüh'n.

Mein Herz ist todt, wenn jemals ich besessen
Ein solches Ding in meiner kalten Brust,
Vielleicht auch, dass ich's irgendwo vergessen
Bei blassen Frauen nach verschwieg'ner Lust.
Maria Luise Weissmann

Das Herz

 Öfter ein Morgen, die sanfthinfließende Kühle,
Oder ein Mittag verweilt. Trifft dich der Schatten der Nacht.
Oft auch ein Abend, gelehnt in die bläulichen Hänge:
Immer tönt dir der Schritt des ruhlosen Wanderers fern.

Arno Holz


 Mein Herz war froh, mein Leben Poesie,
Draus meine Tage sich wie Knospen schälten,
Da kam Dein Brief, der mir Dein Elend schrie,
Und dessen Thränen mir Dein Leid erzählten.

Nur Einer weiss, wie schwer ich daran trug,
Der Flieder, der nachts an mein Fenster schlug.

Derselbe Flieder, dessen Duft so lind
Im Mai uns wie ein Frühlingstraum umschauert,
Und der jetzt frierend im Novemberwind
Sich wie ein Bettler scheu zu Boden kauert.

Max Dauthendey

Das Herz wird zur Flöte

 Goldgelbe Schlüsselblumen und rosa Waldwicken
Kommen ins Zimmer mit ländlichen Blicken.
Veilchen und samtne Osterblumen mit silbrigem Schimmer
Bringen die Luft vom Berg, wo Gräser nicken,
Und alle rufen: »Frühling bleibt es jetzt immer.«
Hörst keine Uhr und keinen Holzwurm mehr ticken,
Alle Tage unsterblichen Atem dir schicken.
Das Herz wird zur Flöte; drauf spielt jede Stund'
Deiner Liebsten wollüstiger Mund.
Kurt Tucholsky

Herz mit einem Sprung

 Im Gesicht und auch in Sachsen,
wo die Meise piepst,
laß ich den Bart mir wachsen,
weil du mich nicht mehr liebst.
Susala und dusala –
weil du mich nicht mehr liebst.

Wir waren beide einsam;
auch ich als Woll-Agent.
Die Herzen waren gemeinsam,
die Kassen waren getrennt.
Susala und dusala –
Da bin ich konsequent.

Du sagst, du wärst im Training
wohl für ein Fecht-Turnier.
Du aßest gar nicht wening
und hattst nie Geld bei dir . . .
Susala und dusala –
Man ist ja Kavalier.

Du aßest frisch und munter
nicht ohne jeden Charme
die Karte rauf und runter,
die Küche kalt und warm.
Susala und dusala –
dem Kellner schmerzt der Arm.

Ich fand das übertrieben
und sah dich zornig an.
Ein Mann will gratis lieben,
sonst ist er gar kein Mann!

Ich kann dich nicht vergessen.
Noch heut könnt ich dich maln.
Du hast zuviel gegessen . . .
Wer kann denn das bezahln!
Susala und dusala –
Wer kann denn das bezahln!

Ums Kinn starrn mir die Stoppeln.
Mein Vollbart ist noch jung.
 So fahr ich nun nach Oppeln
zu ner Versteigerung . . .
Doch mein Herz,
doch mein Herz,
doch mein Herz
hat einen Sprung –!




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