> Gedichte und Zitate für alle: Das Thema Glück in kurzen Gedichten Teil 5

2013-06-07

Das Thema Glück in kurzen Gedichten Teil 5






Wilhelm Busch 

Fortuna

Fortuna lächelt, 
doch sie mag nur ungern
uns beglücken;
schenkt sie uns
einen Sommertag,
so schenkt sie uns 
auch Mücken.
Theodor Fontane

Nicht Glückes bar sind deine Lenze

Nicht Glückes bar sind deine Lenze,
Du forderst nur des Glücks zu viel;
Gib deinem Wunsche Maß und Grenze,
Und dir entgegen kommt das Ziel.

Wie dumpfes Unkraut laß vermodern,
Was in dir noch des Glaubens ist:
Du hättest doppelt einzufordern
Des Lebens Glück, weil du es bist.

Das Glück, kein Reiter wird's erjagen,
Es ist nicht dort, es ist nicht hier;
Lern' überwinden, lern' entsagen,
Und ungeahnt erblüht es dir.

Peter Hille

 Das ist dir gar ein glücklicher Mann,
Der nicht mal mehr sich freuen kann,
So glücklich ist er.
So kommen jeden Morgen wir her,
So kommen uns alle Tage daher.
Hermann Ritter von Lingg

Kleines Glück 

Sie geht in aller Frühe, 
noch eh die Dämmrung schwand, 
den Weg zur Tagesmühe 
im ärmlichen Gewand; 
die dunklen Nebel feuchten 
noch in der Straße dicht, 
sonst sähe man beleuchten 
ein Lächeln ihr Gesicht; 
die Götter mögen wissen, 
warum sie heimlich lacht - 
es weiß es nur das Kissen, 
was ihr geträumt heut Nacht.

Friederike Kempner

Gibt's ein Glück?
Gab's ein Glück?
Ich bezweifl' es sehr!
Gibt es ohne Sturm und Angst
Irgendwo ein Meer?

Hugo von Hofmannsthal

Das Wort

Ich weiß ein Wort
Und hör es fort:
Beschertes Glück
Nimm nie zurück!

Hör was ich sag:
Denk jeden Tag:
Beschertes Glück
Nimm nie zurück!

Und ist die Zeit
Dir einmal weit:
Beschertes Glück
Nimm nie zurück!

Clara Müller-Jahnke

Reifes Glück

Meine Blütenjahre sind
ungenutzt dahingeflossen;
denn das Glück hielt seine Pforten
neidisch vor mir zugeschlossen.

Lachend schaut es durch den Spalt,
nun des Sommers Rosen starben –
und von seinem Erntefelde
beut es mir die reifen Garben.










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