> Gedichte und Zitate für alle: Deutsche Dichter in Gedichten zum Thema Trost ( Flemming, Logau , Bürger, Matthison) Teil 1

2013-06-23

Deutsche Dichter in Gedichten zum Thema Trost ( Flemming, Logau , Bürger, Matthison) Teil 1






















Paul Flemming

Mag denn kein Rath und Trost mir lindern meine Pein
                   Sie muß erlitten seyn.
               So will ich wie sichs fügt 
              mit allem seyn vergnügt.
                    Wer sich entsetzt der liegt.
                         Ich wag es kühne drein.

Ein Hertze / das sich frisch der Noth entgegen stellt 
behält gewiß das Feld.
Muß ich so will ich dran.
Ihr Feinde / setzt nur an. 
Hier habt ihr euren Mann
                        der euch die Wage hält.

Pein / trauren / Noth und Qual / und wie ihr andern heisst 
                        die Ihr so auff mich reisst 
                seyd noch so arg gesinnt;
                thut alles / was ihr künnt;
                Hier ist er / der gewinnt.
                        Hier steht er der euch schmeisst.

Nach aller meiner Angst / nach aller Müh' und Fleiß' 
                        erhalt ich recht den Preiß.
                Mein Sieg der steht bey mir
                drüm wächst mir die Begier.
                Denn mir bringt alle Zier 
                        was ich zur Beute weiß.

Flieht nun / und kommt nicht mehr auff euren Schaden an 
                        Ihr Feinde wie gethan.
                Her alle Fröligkeit 
                und was mein Hertz erfreut.
                Diß ist ein Theil der Zeit 
                        der ich mich rühmen kan.

Friedrich von Logau

Tod, Trost oder Durst


Als Lazarus verstirbt, wird oben er getröstet;
Sobald der Reiche stirbt, wird unten er geröstet;
Wer übel stirbt, fühlt Durst auffs Teuffels heissem Rost,
Wer selig aber stirbt, in Abrahams Schoß Trost.

Gottfried August Bürger

Trost


Wann dich die Lästerzunge sticht,
So laß dir dies zum Troste sagen:
Die schlechtsten Früchte sind es nicht,
Woran die Wespen nagen. 

Gottlieb Konrad Pfeffel

Der Trost


Man spielte Passion nach unsrer Ahnen Weise. 
Ein Feind des Christus blies, als Kriegsknecht, seinen Spott 
In derben Schlägen aus. Geduld! sprach jener leise,
Ich bin, Gottlob! nicht immer Gott.



Friedrich Matthisson


Lezter Trost

Dumpf rauscht der See, von Nebeln übergraut,
Der Glühwurm flimmt im schwarzen Burggemäuer;
Die Nachtluft, bang und schwer wie Geisterlaut,
Saust an der Klippe finsterm Efeuschleier. 

Wo schwankend hier des Abgrunds Tanne knirrt,
Und graunvoll aus der Uferklüfte Schatten
Des Todtenvogels träger Fittig schwirrt,
Fühl' ich der Sehnsucht wilden Schmerz ermatten.

Mit jedem Blick der heilgen Sterne, fällt
(Wie wenn die Düsterniß der Alpenhöle
Mit ungewissem Glanz der Mond erhellt)
Ein Stral von Hoffnung sanft in meine Seele.

Du, die sich tief in mir, ein Leben, denkt,
Aus allen Sfären, Seele! tönt es nieder:
Zum Staube wird was Staub ist nur versenkt,
Des Himmels Funke kehrt zum Himmel wieder!

Friedrich von Matthisson

Trost


An Elisa


Lehnst du deine bleichgehärmte Wange
Immer noch an diesen Aschenkrug?
Weinend um den Todten, den schon lange
Zu der Seraphim Triumphgesange 
Der Vollendung Flügel trug?

Siehst du Gottes Sternenschrift dort flimmern,
Die der bangen Schwermuth Trost verheißt?
Heller wird der Glaube nun dir schimmern,
Daß hoch über seiner Hülle Trümmern
Walle des Geliebten Geist!

Wohl, o wohl dem liebenden Gefährten
Deiner Sehnsucht, er ist ewig dein!
Wiedersehn, im Lande der Verklärten
Wirst du, Dulderin, den Langentbehrten,
Und wie er unsterblich seyn!

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