> Gedichte und Zitate für alle: Deutsche Gedichte zu Karfreitag und Ostern Teil 4

2013-06-05

Deutsche Gedichte zu Karfreitag und Ostern Teil 4






Matthias Claudius

Osterlied

Das Grab ist leer, das Grab ist leer!
Erstanden ist der Held!
Das Leben ist des Todes Herr, 
Gerettet ist die Welt! 
Gerettet ist die Welt!

Bis dass die Zeit erfüllet war
– Die Himmel feirten schon –
Da kam's zutage, da gebar
Die Jungfrau ihren Sohn,
Die Jungfrau ihren Sohn,

Den Seligmacher – –. Hoch und hehr,
Und Gottes Wesens voll
Ging er in Knechtsgestalt einher,
Tat Wunder und tat wohl,
Tat Wunder und tat wohl;

Und ward begraben, und beweint,
Als sei er tot, allein
Er lebt, nun Gott und Mensch vereint,
Und alle Macht ist sein,
Und alle Macht ist sein,

Und alle Macht ist sein.
Halleluja! das Grab ist leer!
Gerettet ist die Welt,
Das Leben ist des Todes Herr!
Erstanden ist der Held!
Erstanden ist der Held.


Joseph von Eichedorff

Ostern

Vom Münster Trauerglocken klingen,
Vom Tal ein Jauchzen schallt herauf.
Zur Ruh sie dort dem Toten singen,
Die Lerchen jubeln: Wache auf!
Mit Erde sie ihn still bedecken,
Das Grün aus allen Gräbern bricht,
Die Ströme hell durchs Land sich strecken,
Der Wald ernst wie in Träumen spricht,
Und bei den Klängen, Jauchzen, Trauern,
Soweit ins Land man schauen mag,
Es ist ein tiefes Frühlingsschauern
Als wie ein Auferstehungstag.

Heinrich Hoffmann v.Fallersleben

Ostertag

Fünf Hasen, die saßen
beisammen dicht,
es machte ein jeder
ein traurig Gesicht.
Sie jammern und weinen:
die Sonn' will nicht scheinen!
Bei so vielem Regen,
wie kann man da legen
den Kindern das Ei ?
O weih, o weih !
Da sagte der König:
"So schweigt doch ein wenig!"
Lasst Weinen und Sorgen,
wir legen sie morgen.



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