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2013-06-20

Gedichte Postbote, Post Teil 3 (Löwenstein, Seidl, Gruppe)








Heinrich Seidel

Das Posthorn

Horchend über schroffe Mauern
Auf die Nachtigallenlieder
Schaun zwei jugendliche Nonnen
In das Thal voll Sehnsucht nieder.

Wundervolle Frühlingsmondnacht!
Klang und Sang in lauen Lüften,
Luft'gen Silbers volle Schale,
Schwimmt das Thal in Glanz und Düften.

Horch, da rollt's im Grund; es klinget
Eines Posthorns muntres Tönen,
Und die Jüngste hüllt ihr Antlitz,
Und sie wendet sich mit Thränen. –

Doch die Klosterglocke schrillend
Uebertönt das Horn, das helle –
Und die Nonnen wandeln schweigend
Zum Gebet in ihre Zelle. –
Johann Gabriel Seidl

Die Taubenpost.
       
Ich hab' eine Brieftaub' in meinem Sold,
Die ist gar ergeben und treu,
Sie nimmt mir nie das Ziel zu kurz,
Und fliegt auch nie vorbei.

Ich sende sie vieltausendmal
Auf Kundschaft täglich hinaus,
Vorbei an manchem lieben Ort,
Bis zu der Liebsten Haus.

Dort schaut sie zum Fenster heimlich hinein,
Belauscht ihren Blick und Schritt,
Gibt meine Grüße scherzend ab
Und nimmt die ihren mit.

Kein Briefchen brauch' ich zu schreiben mehr,
Die Träne selbst geb' ich ihr;
O sie verträgt sie sicher nicht,
Gar eifrig dient sie mir.

Bei Tag, bei Nacht, im Wachen und Traum,
Ihr gilt das alles gleich:
Wenn sie nur wandern, wandern kann,
Dann ist sie überreich!

Sie wird nicht müd', sie wird nicht matt,
Der Weg ist stets ihr neu;
Sie braucht nicht Lockung, braucht nicht Lohn,
Die Taub' ist so mir treu.

Drum heg' ich sie auch so treu an der Brust,
Versichert des schönsten Gewinns;
Sie heißt – die Sehnsucht! Kennt ihr sie? –
Die Botin treuen Sinns.

Otto Friedrich Gruppe


Post im Walde

Im Walde rollt der Wagen
bei tiefer stiller Nacht.
Die Passagiere schlafen,
der Postillion fährt sacht.

Beim Försterhaus im Walde
was bläst der Postillion?
Die Passagier' erwachen
und meinen es wär Station.


Gedicht von Rudolf Löwenstein


Trara, die Post ist da

Trara! Die Post ist da!
Von weitem hör ich schon den Ton,
sein Liedlein bläst der Postillon,
er bläst mit starker Kehle,
er bläst aus froher Seele.
Die Post ist da: Trara, trara!
Die Post ist da, trara!

Trara! Die Post ist da!
O Postillon, nun sag mir schnell,
was bringst du heute mir zur Stell?
Wer hat von unsern Lieben
uns aus der Fern´ geschrieben?
Die Post ist da! Trara, trara!
Die Post ist da! Trara!

Trara! Die Post ist da!
Geduld, Geduld, gleich pack ich aus,
dann kriegt ein jeder in sein Haus
die Briefe und die Päckchen,
die Schachteln und die Säckchen.
Die Post ist da! Trara, trara!
Die Post ist da! Trara!

Trara! Die Post ist da!
Und wenn ihr´s jetzt schon wissen müsst:
Der Onkel hat euch schön gegrüßt,
wohl tausendmal und drüber,
bald kommt er selbst herüber.
Die Post ist da! Trara, trara!
Die Post ist da! Trara!
Rudolf Löwenstein





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