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2013-06-16

Gedichte zum Thema Nacht- Nachtgedichte Teil 1 Von M.Opitz bis C. F.Weiße







Martin Opitz

Jetzund kömpt die Nacht herbey,
Vieh und Menschen werden frey,
Die gewünschte Ruhe geht an;
Meine Sorge kömpt heran.

Schöne gläntzt der Mondenschein
Und die gülden Sternelein;
Froh ist alles weit und breit,
Ich nur bin in Traurigkeit.

Zweene mangeln überall
An der schönen Sternen Zahl;
Diese Sternen, die ich mein',
Ist der Liebsten Augenschein.

Nach dem Monden frag' ich nicht,
Tunckel ist der Sternen Liecht,
Weil sich von mir weggewendt
Asteris, mein Firmament.

Wann sich aber neigt zu mir
Dieser meiner Sonnen Ziehr,
Acht' ich es das beste seyn,
Daß kein Stern noch Monde schein.
Martin Opitz:

 Du schwarze Nacht, die du die Welt umfangen
Hast überall mit Furcht und Tunkelheit,
Schämst du dich nicht, wann meiner Liebsten Wangen
Sich lassen sehn mit ihrer Zierlichkeit?
Ihr Sternen auch, dörft ihr von oben schauen
Und in der Luft so ganz stehn unverwendt,
Wann ihr das Licht der schönesten Jungfrauen,
So biß zu euch gen Himmel reicht, erkennt?
Wie möget ihr nicht also bald verbleichen,
Wann sich der Glanz leßt sehn mit solcher Pracht?
Aurora selbst, die pfleget ihr zu weichen,
Daß sie für ihr auch schamroth wird gemacht.

Johann Peter Uz

Die Nacht

 Du verstörst uns nicht, o Nacht!
Sieh! wir trinken im Gebüsche;
Und ein kühler Wind erwacht,
Daß er unsern Wein erfrische.

Mutter holder Dunkelheit,
Nacht! Vertraute süsser Sorgen,
Die betrogner Wachsamkeit
Viele Küsse schon verborgen!

Dir allein sey mitbewust,
Welch Vergnügen mich berausche,
Wann ich an geliebter Brust
Unter Thau und Bluhmen lausche!

Murmelt ihr, wann alles ruht,
Murmelt, sanftbewegte Bäume,
Bey dem Sprudeln heischrer Fluth,
Mich in wollustvolle Träume!


Johann Martin Miller

Bei Nacht

Willkommen, frohe Nacht, die du
Den schönsten Tag vollendest,
Und der Erinnrung süße Ruh
Nach Taumelfreuden sendest!

Wisch' aller Augen Thränen ab,
Die noch im Dunkel fließen!
Laß jedes Glück, das mich umgab,
Mich noch einmal genießen!

Ihr Augen, die ihr heller mir,
Als diese Sterne, lachtet,
Die ich mit süßerer Begier,
Als diesen Mond, betrachtet!

Die ihr, wie dieser Silberschein,
Ihr Freuden, mich umwalltet!
Ihr Lieder, die ihr süß und rein,
Wie Abendflöten, schalltet!

Du reine Seele, die du mich
Durch Engelskuß beglücktest,
Und mehr, wie diese Stille, mich
Zu meinem Gott entzücktest!

Komm, meine Liebe, senke dich
Zu mir im Traum' hernieder!
Komm, süße Liebe, küsse mich
So süß noch einmal wieder!

Ach Gott! Sie schlummert; laß sie ganz
Dein Wohlgefallen fühlen!
Laß es, wie Morgenwolkenglanz,
Um ihre Seele spielen!

Singt, Engel, den Gesang ihr vor,
Der ihr dereinst erschallet,
Wann sie zu Gottes Thron empor,
Wie stille Flammen, wallet!

Zeigt mich in frommen Träumen ihr,
Wie ich hier dankend kniee;
Daß immer ihre Seele mir
In reiner Liebe glühe!

Johann Gottfried Herder

Nacht und Tag

Goldenes, süßes Licht der allerfreuenden Sonne,
Und Du friedlicher Mond, und Ihr Gestirne der Nacht,
Leitet mich sanft mein Leben hindurch, Ihr heiligen Lichter,
Gebt zu Geschäften mir Muth, gebt von Geschäften mir Ruh,
Daß ich unter dem Glanze des Tags mich munter vergesse,
Aber mich wiederfind' unter dem Schimmer der Nacht!
Nieden am Staube zerstreun sich unsre gaukelnden Wünsche;
Eins wird unser Gemüth droben, Ihr Sterne, bei Euch.

Christian Felix Weiße

Die Nacht

Der schöne Mond! still grüßt er mich!
Die jungen Blumen schließen sich,
Der Büsche kleine Sänger schweigen:
Nur an dem nahen Wasserfall
Schlägt die verliebte Nachtigall:
O möchte sich ietzt Thyrsis zeigen!

Doch nein: – – welch einen süßen Schmerz
Singt Philomel schon in mein Herz,
Es schmilzt bey ihren sanften Klagen:
Wenn Thyrsis käm, ach wenn er käm,
Mich küssend in die Arme nähm,

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