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2013-06-08

Gedichte zum Thema Vögel-Vogelgedichte Teil 1 Nachtigall, Schwalben, Amsel)

Vögel- Gedichte



Friedrich von Schlegel

Die Vögel

Wie lieblich und fröhlich,
Zu schweben, zu singen;
Von glänzender Höhe
Zur Erde zu blicken!

Die Menschen sind töricht,
Sie können nicht fliegen;
Sie jammern in Nöten,
Wir flattern gen Himmel.

Der Jäger will töten,
Dem Früchte wir pickten;
Wir müssen ihn höhnen,
Und Beute gewinnen.



Johann Martin Miller

An die Vögel

Der Winter hüllt das ganze Land
In sein betrübtes Schneegewand,
Und jeder Vogel sehnt im Hain
Sich nach dem lieben Sonnenschein.

O Vögelchen, so sehn' auch ich
Nach einem lieben Mädchen mich;
Seit ich sie kenne, lachte sie
Mir aus dem milden Auge nie.

Doch, was ist euer Kummer? Schon
Ist euer Winter halb entflohn;
Bald lächelt wieder eurem Hain
Der warme Frühlingssonnenschein.

Mir aber wird, solang ich bin,
Kein angenehmer Frühling blühn;
Mir birgt die liebe Sonne sich,
Und steter Winter herrscht um mich.



Achim v. Arnim und C. Brentano: Des Knaben Wunderhorn

Geh, du schwarze Amsel
Wann ich schon schwarz bin,
Schuld ist nicht mein allein,
Schuld hat mein Mutter gehabt,
Weil sie mich nicht gewaschen hat,
Da ich noch klein,
Da ich wunderwinzig bin gesein.



Achim v. Arnim und C. Brentano: Des Knaben Wunderhorn

Die Schwalben

Es fliegen zwei Schwalben ins Nachbar sein Haus,
Sie fliegen bald hoch und bald nieder;
Aufs Jahr, da kommen sie wieder,
Und suchen ihr voriges Haus.


Sie gehen jezt fort ins neue Land,
Und ziehen jezt eilig hinüber;
Doch kommen sie wieder herüber,
Das ist einem jeden bekannt.

Und kommen sie wieder zu uns zurück,
Der Baur geht ihnen entgegen;
Sie bringen ihm vielmahl den Segen,
Sie bringen ihm Wohlstand und Glück.



Joseph Freiherr von Eichendorff

Nachtigall

Nach den schönen Frühlingstagen,
Wenn die blauen Lüfte wehen,
Wünsche mit dem Flügel schlagen
Und im Grünen Amor zielt,
Bleibt ein Jauchzen auf den Höhen;
Und ein Wetterleuchten spielt
Aus der Ferne durch die Bäume
Wunderbar die ganze Nacht,
Daß die Nachtigall erwacht,
Von den irren Widerscheinen,
Und durch alle selge Gründe
In der Einsamkeit verkünde,
Was sie alle, alle meinen:
Dieses Rauschen in den Bäumen
Und der Mensch in dunklen Träumen.

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