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2013-06-04

Mondgedichte- Gedichte zum Thema Mond Teil 3

Der Mond -Gedichte



Klabund

An den Mond

Ich sitz beim Becher hier im Hag

Und warte, daß der Mond erscheinen mag.

Ein Strahl erglänzt. Geheim beginnt ein Chor.

Es hält der Mond mir seinen Spiegel vor.

Wer bin ich, Mond, und wer bist du?
Ich bin der Taumel. Und du bist die Ruh.

Der goldne Hase braut das Elixier
Des ewigen Lebens - braut er's mir?

Jahrtausende schon sahen auf den Mond,
Wo Göttin Tchang-gnu unvergänglich thront.

O wandle, Göttin, daß dein Schleier walle,
Ein Strahl aus deinem Aug in meinen Becher
      falle ...
Christian Morgenstern

Mondendinge

Dinge gehen vor im Mond,
die das Kalb selbst nicht gewohnt.

Tulemond und Mondamin
liegen heulend auf den Knien.

Heulend fletschen sie die Zähne
auf der schwefligen Hyäne.

Aus den Kratern aber steigt
Schweigen, das sie überschweigt.
Dinge gehen vor im Mond,

die das Kalb selbst nicht gewohnt.
Tulemond und Mondamin

liegen heulend auf den Knien...
Theodor Storm

Mondlicht

Wie liegt im Mondenlichte 
Begraben nun die Welt; 
Wie selig ist der Friede, 
Der sie umfangen hält! 

Die Winde müssen schweigen, 
So sanft ist dieser Schein; 
Sie säuseln nur und weben 
Und schlafen endlich ein. 

Und was in Tagesgluten 
Zur Blüte nicht erwacht, 
Es öffnet seine Kelche 
Und duftet in die Nacht. 

Wie bin ich solchen Friedens 
Seit lange nicht gewohnt! 
Sei du in meinem Leben 
Der liebevolle Mond! 



Max Dauthendey 

Der Mond,  der ohne Wärme lacht
Drüben über dem Fluss in der Nacht  
Schwimmen die Berge im mondigen Nebel.
Im Fluss,  im Dunkeln,  da funkeln sacht
Die hellen Wellen in grellen Kreisen.
Im Himmel steht,  großes Feuer entfacht  -   
Der Mond,  der ohne Wärme lacht,
Wie einer,  den Liebe längst umgebracht.
Nun lebt er noch als Geist bedacht.


Georg Heym

Mond

Den blutrot dort der Horizont gebiert,
Der aus der Hölle großen Schlünden steigt,
Sein Purpurhaupt mit Wolken schwarz verziert,
Wie um der Götter Stirn Akanthus schweigt,

Er setzt den großen goldnen Fuß voran
Und spannt die breite Brust wie ein Athlet,
Und wie ein Partherfürst zieht er bergan,
Des Schläfe goldenes Gelock umweht.

Hoch über Sardes und der schwarzen Nacht
Auf Silbertürmen und der Zinnen Meer,
Wo mit Posaunen schon der Wächter wacht,
Der ruft vom Pontos bald den Morgen her.

Zu seinem Fuße schlummert Asia weit
Im blauen Schatten, unterm Ararat,
Des Schneehaupt schimmert durch die Einsamkeit,
Bis wo Arabia in das weiche Bad

Der Meere mit den weißen Füßen steigt
Und fern im Süden, wie ein großer Schwan,
Sein Haupt der Sirius auf die Wasser neigt
Und singend schwimmt hinab den Ozean.

Mit großen Brücken, blau wie blanker Stahl,
Mit Mauern, weiß wie Marmor, ruhet aus
Die große Ninive im schwarzen Tal,
Und wenig Fackeln werfen noch hinaus

Ihr Licht, wie Speere weit, wo dunkel braust
Der Euphrat, der sein Haupt in Wüsten taucht.
Die Susa ruht, um ihre Stirne saust
Ein Schwarm von Träumen, die vom Wein noch raucht.

Hoch auf der Kuppel, auf dem dunklen Strom
Belauscht allein der bösen Sterne Bahn
In weißem Faltenkleid ein Astronom,
Der neigt sein Szepter dem Aldebaran,

Der mit dem Monde kämpft um weißen Glanz,
Wo ewig strahlt die Nacht und ferne stehn
Am Wüstenrand im blauen Lichte ganz
Einsame Brunnen und die Winde wehn

Ölwälder fern um leere Tempel lind,
Ein See von Silber, und in schmaler Schlucht
Uralter Berge tief im Grunde rinnt
Ein Wasser sanft um dunkler Ulmen Bucht.








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