> Gedichte und Zitate für alle: Ein Menschenleben in Gedichten Teil 1 Geburt und Kindheit

2013-07-26

Ein Menschenleben in Gedichten Teil 1 Geburt und Kindheit







Vorspiel



Max Dauthendey 

Nie war die eine Liebesnacht
In deinem Schoß der andern gleich,
Dein Leib ist ein Septembermond
An immer neuen Früchten reich.
Die Brüste sind ein Traubenpaar,
Und drinnen pochte der junge Wein,
Die Augen sind ein Himmelstor
Und lassen meine Wünsche ein.

Geburt, Kindheit 


Klabund

Die Geburt

 Der Vorhang läßt nur mattes Licht herein,
Sie windet sich auf tränennassen Kissen,
Sie hat die Zähne in den Daumen fest gebissen,
Daß blau er schwillt. Sie hält es nicht.. muß schrein,
Es rast heraus, es bricht sich an den Wänden
Der grause Ton und klopft mit fürchterlichen Händen....
Da schlägt hoch über aller Wipfel Glut die Flamme..
Ein rosig, klumpig Etwas trägt die Amme.
Der Sanitätsrat hat den Ärmel aufgekrempelt,
Indem er diesen roten Fleck zu einem Knaben stempelt.
Dem Vater perlt der kalte Schweiß.
Die Mutter aber lächelt, und sie weiß,
Es singt mit Harfen und mit Flöten ihren Ohren:
Ich habe einen Gott geboren!

Ernst Moritz Arndt

Des Lilienmädchens Wiegenlied

Schlafe, Kindlein hold und weiß,
Das noch nichts von Sorgen weiß,
Schlaf in stiller süßer Ruh,
Tu die kleinen Äuglein zu.

Draußen stehn die Lilien weiß,
Haben allerschönsten Preis,
Droben in der lichten Höh'
Stehn die Englein weiß wie Schnee.

Kommt, ihr Englein weiß und fein,
Wiegt mir schön mein Kindelein,
Wiegt sein Herzchen fromm und gut,
Wie der Wind der Lilie tut.

Schlafe, Kindlein, schlafe nun!
Sollst in Gottes Frieden ruhn;
Denn die frommen Engelein

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