> Gedichte und Zitate für alle: Heinrich Heine- biografische Daten und in der Meinung von Zeitgenossen und Nachwelt

2013-07-25

Heinrich Heine- biografische Daten und in der Meinung von Zeitgenossen und Nachwelt

Heinrich Heine
geboren:     13.12.1797 Düsseldorf
gestorben:   17.02,1856 Paris

Der Sohn eines jüdischen Tuchhändlers gehört neben Goethe und Hölderlin zu den bekanntesten Lyrikern deutscher Zunge schuf aber auch in Prosa Meisterwerke die den Ruf Deutschlands, als das Land der Dichter und Denker maßgeblich mitbegründete.
Heine, der von der Romantik das Volksliedhafte in seine Lyrik übernahm, erntete schon früh literarischen Ruhm und der erste Gedichtband erschien 1921. Erste große Publikumserfolge brachten ihm die 1926 veröffentlichte "Harzreise"  und der 1827 erschienene Gedichtband "Buch der Lieder". Das "Buch der Lieder" begründete Heines Ruhm und die enthaltenen Gedichte wurden in viele Sprachen übersetzt und regten zahlreiche Komponisten zur Vertonung an.
Es ist wohl Heines populärstes Werk das neben der "Harzreise" auch heute noch viel gelesen wird. Heine überwand bald die Romantik und schon das "Buch der Lieder" enthält Gedichte die den Dichter als politisch denkenden Menschen kennzeichnet und die deutschen Zensoren auf ihn Aufmerksam macht.


Das Fräulein stand am Meere
Und seufzte lang und bang.
Es rührte sie so sehre
der Sonnenuntergang.

Mein Fräulein! Sein sie munter,
Das ist ein altes Stück;
Hier vorne geht sie unter
Und kehrt von hinten zurück.

Nachdem Heine England und Italien bereist hatte, veröffentlicht Heine zwischen 1826 und 1831 weitere Reiseschilderungen die wie viele Werke Heines, mit leichter Hand geschrieben scheinen, die jedoch von Satire bis Spott alles enthalten um auch heute noch mit Vergnügen gelesen zu werden.
Wegen seiner politischen Ansichten wird Heinrich Heine in Deutschland immer mehr angefeindet so das Heine 1831 nach Paris übersiedelt.
1832 schrieb der Dichter zahlreiche Artikel für die "Augsburger Allgemeine Zeitung" die dann als Buchform unter dem Titel "Französische Zustände" erschienen. Infolge dieser Veröffentlichung wurde Heines Werke, auch die zukünftigen. in Deutschland de facto verboten.
In Paris erschienen zahlreiche Schriften von Heine in der er die bestehenden politischen Zustände geißelt und ungewöhnlich früh das zerstörerische Wirken des deutschen Nationalismus erkennt.
Wie kein zweiter deutscher Dichter seiner Zeit hatte Heinrich Heine die Folgen der Industrialisierung erkannt und das daraus folgende Massenelend in seinen Werken verurteilt. ( z.B. "Die schlesischen Weber") Sicher hat auch die Bekanntschaft mit Karl Marx dazu beigetragen das der Dichter politisch eine klare Stellung bezog.
Die letzten 8 Jahre seines Lebens war der Dichter fast vollständig gelähmt und an sein Bett gefesselt. Heine war nicht mehr in der Lage selber zu schreiben. Da seine geistige Schaffenskraft aber nicht nachließ übernahm zu meist ein Sekretär die Schreibarbeit und bis zu seinem Tode schuf der Dichter noch bedeutende literarische Werke. (Romanzero Gedichte 1851 u.va.m.)

Hauptwerke:

1824: Dreiunddreißig Gedichte
1826: Reisebilder. Erster Teil  enthalten: Die Harzreise, Die Heimkehr, Die Nordsee
1827: Buch der Lieder 
1827: Reisebilder. Zweiter Teil enthalten: Die Nordsee. Zweite und dritte Abteilung, Ideen. Das Buch Le Grand und Briefe aus Berlin
1830: Reisebilder. Dritter Teil enthalten: Die Reise von München nach Genua und Die Bäder von Lucca
1835: Der Salon. Zweiter Teil enthalten: Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland und der Gedichtzyklus Neuer Frühling
1836: Die romantische Schule
1840: Ludwig Börne. Eine Denkschrift sowie Der Salon. Vierter Teil enthalten: Der Rabbi von Bacherach, Über die französische Bühne und verschiedene Gedichte
1844: Neue Gedichte Heine, H. 1844 darin Deutschland. Ein Wintermärchen
1851: Romanzero



Über Heinrich Heine

"Mein zweiter Gang war zu Heine. Er wohnte noch immer Nr. 50, Rue d'Amsterdam, in jenem fatalen Zimmer mit der Aussicht auf einen engen Hof, wo kaum jemals frische Luft an ihn herankam. Sein Zustand war ein entsetzlicher. Sein noch ungelichtetes Haar war grau geworden, sein edles Duldergesicht hatte die Blässe des Wachses angenommen.............


Eine ganz besondere Folter seiner überfeinen und bis zum Zerreißen gespannten Nerven war die schreckliche Modemusik, die zu allen Stunden des Tages von früh bis spät in seine Matratzengruft herübertönte. Das Haus war von mehreren jungen Pianistinnen bewohnt; Heine hatte die Entwicklung ihrer Fertigkeit von Tag zu Tag verfolgen müssen. Noch lieber waren ihm dereinst die einfachen Fingerübungen und Skalen gewesen als jetzt die großen Stücke, die er anzuhören hatte.
Ich dachte bei mir: Franz Schubert, Mendelssohn, Robert Schumann, die größten musikalischen Genien der letzten Zeit haben Lieder von ihm komponiert; er hat kein einziges derselben je singen hören!"

Alfred Meißner: Ich traf auch Heine in Paris

"Heine und Grabbe leiden unter dieser moralisierenden Einschätzung beträchtlich, und ihr völliges Durchdringen ist in Deutschland noch immer durch die Tatsache erschwert, daß ihr Lebenswandel nicht allgemein gültigen Sittlichkeitsbegriffen entspricht. Die Einbeziehung des moralischen Wertes eines Schriftstellers bei seiner ästhetischen Beurteilung ist unschwer verständlich; da die große Menge ein Buch nicht nur als Bildungs-, sondern auch als Erziehungsmittel betrachtet, erwählt sie zur Lektüre immer lieber das eines gefesteten, einwandfreien als das eines anrüchigen oder auch nur verdächtigen Charakters. Daß dabei nur allzuoft blasphemisches Spießbürgertum das maßgebendste Urteil spricht, mag bedauerlich sein; verkennen und übersehen läßt sich diese Wahrheit nicht."

Honoré de Balzac: Lebensbilder

"Heinrich Heine aber – von ihm wissen selbst die Ästheten, die seine Unsterblichkeit in einen Inselverlag retten (die zweckerhabenen Geister, deren Hirnwindungen im Ornament verlaufen), nichts Größeres auszusagen, als daß seine Pariser Berichte »die noch immer lebendige Großtat des modernen Journalismus geworden sind« ; und diese Robinsone der literarischen Zurückgezogenheit berufen sich auf Heines Künstlerwort, daß seine Artikel »für die Bildung des Stils für populäre Themata sehr förderlich sein würden«. Und wieder spürt man die Verbindung derer, die gleich weit vom Geiste wohnen: die in der Form und die im Stoffe leben; die in der Linie und die in der Fläche denken; der Ästheten und der Journalisten."

Karl Kraus: Gedichte und Aufsätze zur deutschen Sprache



Zitate von Heinrich Heine

Heinrich Heine Teil 1
Heinrich Heine Teil 2
Heinrich Heine Teil 3
Heinrich Heine Teil 4
Heinrich Heine Teil 5
Heinrich Heine Teil 6
Heinrich Heine Teil 7

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