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2013-07-20

W.Busch und G.Falk zum Thema Kinder (7)







Wilhelm Busch

Selbstgefällig

Mein Büdelein
Is noch so tlein,
Is noch so dumm
Ein ames Wum,
Muss tille liegen
In seine Wiegen
Und hat noch keine Hos’.
Ätsch, ätsch!
Und ich bin schon so goß.

Wilhelm Busch


Kinder, lasset uns besingen

 Kinder, lasset uns besingen,
Aber ohne allen Neid,
Onkel Kaspers rote Nase,
Die uns schon so oft erfreut.

Einst ward sie als zarte Pflanze
Ihm von der Natur geschenkt;
Fleißig hat er sie begossen,
Sie mit Wein und Schnaps getränkt.

Bald bemerkte er mit Freuden,
Daß die junge Knospe schwoll,
Bis es eine Rose wurde,
Dunkelrot und wundervoll.

Alle Rosen haben Dornen,
Diese Rose hat sie nicht,
Hat nur so ein Büschel Haare,
Welches keinen Menschen sticht.

Ihrem Kelch entströmen süße
Wohlgerüche, mit Verlaub:
Aus der wohlbekannten Dose
Schöpft sie ihren Blütenstaub.

Oft an einem frischen Morgen
Zeigt sie uns ein duftig Blau,
Und an ihrem Herzensblatte
Blinkt ein Tröpflein Perlentau.

Wenn die andern Blumen welken,
Wenn's im Winter rauh und kalt,
Dann hat diese Wunderrose
Erst die rechte Wohlgestalt.

Drum zu ihrem Preis und Ruhme
Singen wir dies schöne Lied.
Vivat Onkel Kaspers Nase,
Die zu allen Zeiten blüht!

Gustav Falke



Gesang wandernder Kinder

 An dem Abgrund schmale Wege,
Über Schluchten leichte Stege
Führen uns die Engel hin.
Mitten unter Schwergefahren
Heitere Ruhe sich bewahren
Lehrt Vertraun und frommer Sinn



Gustav Falke

Die Kinder schlummern

Die Kinder schlummern in den Kissen, 
Weich, weichen Atems, nebenan,
Ein Traum vom heutigen Tag, und wissen
Nicht was mit diesem Tag verrann.

Wir aber fühlen jede Stunde,
Die uns mit leisem Flügel streift
Und wissen, daß im Dämmergrunde
Der Zeit uns schon die letzte reift.

Wir sitzen enggeschmiegt im Dunkeln.
So träumt sich’s gut. Und keines spricht. 
Durchs Fenster fällt ein Sternenfunkeln, 
Vom Ofen her ein Streifchen Licht.

Einmal, im Schlaf, lacht eines der Kleinen
Ganz leis. Was es wohl haben mag? 
Springt es mit seinen kurzen Beinen
Noch einmal fröhlich durch den Tag?

Ein Mäuschen knabbert wo am Schragen, 
Knisternd verkohlt ein letztes Scheit,
Die alte Uhr hebt an zu schlagen -
Da sprichst du leis: "Komm, es ist Zeit!"

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