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2013-08-14

"Celander" Erotische Gedichte Teil I


Der Name Celander ist das Pseudonym von wahrscheinlich 2 Autoren. Man schreibt das Pseudonym Johann Georg Gressel (1665- 1771) und Christoph Woltereck (1686-1735) zu. Letzterer war Feldarzt bei August den Starken und Karl d. XII von Schweden.




Teil I



Als einer im Schlaff verschwenderisch gewesen.

Mein Mädgen laß hinfort mich nicht verschwendrisch seyn /
Und nimm die Perlen-Milch in deine Muschel ein;
Groß Schade / daß sie wird so liederlich versprützet /
Da wo sie keiner Schooß / auch nicht den Tüchern nützet.
Dein hart-seyn gegen mich verschwendet meinen Schatz /
Vergönne mir hinfort in deinem Schoosse Platz /
Und laß den Liehes-Thau daselbsten sich ergiessen /
Wo er mit größrer Lust wird als im Schlaffe fliessen.
Dein dürrer Acker wird alsdenn von Wollust feist
Die Brüste härten sich / die Lust entzückt den Geist;
Die Anmuth / die durchdringt des gantzen Leibes-Glieder /
In Lachen steigt man ein / mit Kitzeln kommt man wieder /
Nichts denn Ergötzung bringt er deiner Marmor-Schooß /
Die Venus spannt dir denn / den Jungfern-Gürtel loß /
Und läßt dir alle Lust / die sie besitzet / schmecken /
Der Hymen wird nach Schmertz den süßten Schertz erwecken.
Ach stelle doch mein Kind die Sprödigkeit nur ein!
Laß deine Muschel mir nicht mehr verschlossen seyn /
Eröffne ihren Helm die Nahrung zu empfangen /
Wo in dem Liebes-Thau / die Anmuths-Perlen prangen.
Sperrt nun dein Muschel-Schloß die Thore willig auf /
Und hemmt kein Widrig-seyn mir meinen Liebes-Lauff /
So soll das Liebes-Safft mit süssen Quellen fliessen.
Und sich mit vollem Strohm in deine Muschel giessen.
Da sie ihren Busen veste vermachte.
1.
Mein Kind / sey doch so blöde nicht /
Laß deinen Busen offen /
So sieht mau / daß dir nichts gebricht /
Daß alles eingetroffen:
Sonst dencket man gewiß von dir /
Du hättest nicht der Brüste Zier.

2.
Ein Griff entweyht nicht deine Brust /
Und macht ihr keine Flecken /
Was nützt ein Schatz der unbewust
Den Sand und Steine decken?
Die Perl / so stets verborgen liegt /
Mit ihrem Glantze nicht vergnügt.

3.
Was die Natur uns Menschen giebt /
Das darff man allen zeigen /
Am meisten diesem / der uns liebt /
Dem wir die Sinnen beugen.
Was ist es / das zum Sclaven macht?
Wol anderst / denn der Brüste Pracht?

4.
Was nun die Liebe heilig heist /
Das lasse auch verehren /
Und wenn denn seine Pflicht erweist /
So must du den nicht stöhren /
Dem deine Brust das Altar ist /
Auf dem er deine Gottheit küßt.

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