> Gedichte und Zitate für alle: Der "Dank" im Gedicht deutscher Dichter (6)

2013-08-16

Der "Dank" im Gedicht deutscher Dichter (6)




Karl May

Dank

Es fiel ein Tau wohl über Nacht
rings auf die durstig matten Auen,
und früh war in der Sonne Pracht
des Schöpfers Lob und Preis zu schauen.
Ein diamantnes Leuchten sprühte
von Strauch zu Strauch, von Halm zu Halm,
und von Milliarden Perlen glühte
zu ihm empor ein Dankespsalm.

Nun aber sendet Tag und Nacht
der Vater seinen Segen nieder,
und hat der Segen Glück gebracht,
wo bleiben dann die Dankeslieder?
Es hat der Mensch so viel zu sagen,
doch Dank an Gott, den sagt er nicht.
O, möchte er den Tau doch fragen,
der lehrte ihm die Dankespflicht!
Reinhard Johannes Sorge

Des Kindes Dank

Mütterchen, die Erde flicht
Mir einst bunte Blumen,
Und dazu der Himmel bricht
Hier die goldnen Krumen.
Aber einst wird alles Stern,
Wenn sich Himmel beugt: –
Euch dank ich das nächst dem Herrn,
Die ihr mich gezeugt.

Karl Ernst Knodt

Mein Dank

Wie hab ich lange auf den Tag gehofft,
Wo du mir eine ganze Freude würdest geben,
Mein gütiger Gott und Vater .. Oft, wie oft
Hab ich mein eigenes liebes Leben
Dir als ein willig Opfer dargebracht.
Ich hab gesagt: "Wenn deine Macht,
Wenn deiner Liebe Allmacht mir will schenken,
Was ich so heiss erhoffe, soll mein Denken
Ein Danken sein in höchsten Tönen.
Die weite Welt will ich versöhnen
Durch eine Predigt neuer Zungen
Mit deinem Tun" .. Und nun gelungen,
Was ich zu meiner Wünsche Ziel erlesen,
Verstummt das Wort, versteint mein Wesen
In ganzer Andacht, tiefstem Schweigen.
Die satte Seele muss sich neigen
Wie eine reife Frucht im Herbstessonnenschein -:
Wortlose Demut ist mein Dank allein!








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