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2013-08-20

Der Mann- Gedichte deutscher Autoren 5

Junger Mann mit Schwert

Teil 5




Hans Aßmann von Abschatz

Die junge Frau und der alte Mann

 Die gantze Nacht sitzt mir der Floh in Ohren:
Mein Alter schnarcht/ wenn ich die Ruh verlohren
Er kehret mir den kalten Rücken zu/
Wenn ich mit ihm am allerschönsten thu.

Der Hitze Macht kan Eiß und Steine zwingen/
Und keinen Safft aus diesem Felsen bringen.
Er fühlt vor mich zu wenig/ ich zu viel/
Die Karth entfällt ihm/ wenn ich spielen will.

Mein Mund/ gewohnt den Marmor zu entzünden/
Kan keine Glutt in seiner Asche finden.
Mein süsser Kuß/ mein Zug der linden Hand
Wird nur bey ihm vergebens angewandt.

Komm/ Liebe/ komm/ mir Aermsten Recht zu sprechen/
Komm meine Glutt/ wo nicht sein Eiß/ zu brechen/
Ich habe gnug bey seinem Schnee geschwizt/
Sein Eiß ist gnug bei meinem Brand erhizt.
Friedrich von Hagedorn

Der Mann

 Bestimmter wählt ein Mann, nach Zweifeln und Verdacht:
Ihm lächelt nur die Welt, die ihm zuvor gelacht,
Der Tanzplatz jüngrer Lust. Nun richtet er die Kräfte
Erhabner auf den Zweck versorgender Geschäfte.
Nun unterwirft er sich: ihn zähmt ein fremder Zwang:
Nun wirbt sein kluger Fleiß um Ansehn, Amt und Rang.
Damit er weiter nicht mit theuren Küssen buhle,
Schickt ihn der Eigennutz dem Ehstand in die Schule:
Der Ordnung Heiligthum, und, durch des Himmels Gunst,
Dem Sitz geweihter Treu' und schärfrer Rechenkunst.
So mehrt er Stamm und Gut, ist achtsam und verschwiegen,
Scharfsinnig im Beruf gesetzlich im Vergnügen,
Und wünscht, wenn ihn kein Weib des Lebens Lust vergällt,
Auf einen späten Tod, Ruhm bei der Afterwelt.

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