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2013-08-02

Eichendorff- Gedichte zum Wald 6







Joseph Freiherr von Eichendorff

Abendlich schon rauscht der Wald

Abendlich schon rauscht der Wald 
Aus den tiefsten Gründen, 
Droben wird der Herr nun bald
An die Sternlein zünden. 
Wie so stille in den Schlünden,
Abendlich nur rauscht der Wald.

Alles geht zu seiner Ruh. 
Wald und Welt versausen, 
Schauernd hört der Wandrer zu, 
Sehnt sich recht nach Hause. 
Hier in Waldes stiller Klause, 
Herz, geh endlich auch zur Ruh.
J.v.Eichendorff

Waldgespräch

„Es ist schon spät, es wird schon kalt,
Was reitst du einsam durch den Wald?
Der Wald ist lang, du bist allein,
Du schöne Braut! Ich führ dich heim!“

„Groß ist der Männer Trug und List,
Vor Schmerz mein Herz gebrochen ist,
Wohl irrt das Waldhorn her und hin,
O flieh! Du weißt nicht, wer ich bin.“

So reich geschmückt ist Roß und Weib,
So wunderschön der junge Leib,
„Jetzt kenn ich dich - Gott steh mir bei!
Du bist die Hexe Lorelei.“

„Du kennst mich wohl - von hohem Stein
Schaut still mein Schloß tief in den Rhein.
Es ist schon spät, es wird schon kalt,
Kommst nimmermehr aus diesem Wald!“

Joseph von Eichendorff

 Lust'ge Vögel in dem Wald,
Singt, solang es grün,
Ach wer weiß, wie bald, wie bald
Alles muß verblühn!

Sah ich's doch vom Berge einst
Glänzen überall,
Wußte kaum, warum du weinst,
Fromme Nachtigal.

Und kaum ging ich über Land,
Frisch durch Lust und Not
Wandelt' alles, und ich stand
Müd im Abendrot.

Und die Lüfte wehen kalt,
Übers falbe Grün,
Vöglein, euer Abschied hallt –
Könnt ich mit euch ziehn!

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