> Gedichte und Zitate für alle: Einführung in die Balladendichtung

2013-08-07

Einführung in die Balladendichtung





Die Geschichte der deutschen Ballade reicht bis ins 13.Jahrhundert zurück. Die sogenannte Volksballade knüpfte an den Heldenlieder an und war im 13. bis 16.Jahrhundert weit verbreitet.
Als Begründer der deutschen Kunstballade gilt August Friedrich Bürger der die theoretischen Ausarbeitungen von Johann Gottfried Herder als erster in seiner Ballade "Lenore" verwirklichte. Mit dieser Ballade schuf Bürger die Grundlage für das zukünftige Balladenschaffen auf die Goethe und Schiller zugreifen konnten. Der "Erlkönig" von Goethe gilt als die erste klassische Ballade des "Sturm und Drangs" und in seinem zukünftigen Balladendichtungen fügte der Dichter diesen Typus der Ballade weitere hinzu. (z.b Ideenballade)
Die Romantiker rückten in ihrer Balladendichtungen die Natur in den Mittelpunkt oder erzählten, wie z.b. Hebbel oder Droste von Hülshoff, Märchen-und Schauergeschichten. 
Historische Balladen sind ein weiterer Balladentyp wie sie von  Uhland oder Platen bekannt sind. 

Die wichtigsten Merkmale der Ballade sind ihr epischer, lyrischer oder dramatischer Charakter wobei meist eins der Bestandteile die Ballade bestimmt. Die Form ist immer versartig und meist gereimt. Im Zentrum der Handlungen steht der Mensch der sich mit der Welt auseinandersetzt. Oft bestimmen die Natur in Verbindung mit dämonischen Inhalten das Wesen der Ballade. 
Meist wird eine spannungsgeladene Handlung aufgebaut die in einem finalen Teil endet. 

Es gibt zahlreiche Arten von Balladen wobei man im wesentlichen Volks- und Kunstballade  unterscheiden kann die sich dann in weitere zahlreiche Arten untergliedern.



Goethe über die Ballade

Die Ballade hat etwas Mysterioses, ohne mystisch zu sein; diese letzte Eigenschaft eines Gedichts liegt im Stoff, jene in der Behandlung. Das Geheimnisvolle der Ballade entspringt aus der Vortragsweise. Der Sänger nämlich hat seinen prägnanten Gegenstand, seine Figuren, deren  Taten und Bewegung so tief im Sinne, daß er nicht weiß, wie er ihn ans Tageslicht fördern will. Er bedient sich daher aller drei Grundarten der Poesie, um zunächst auszudrücken, was die Einbildungskraft erregen, den Geist beschäftigen soll; er kann lyrisch, episch, dramatisch beginnen und, nach Belieben die Formen wechselnd, fortfahren, zum Ende hineilen oder es weit hinausschieben. Der Refrain, das Wiederkehren ebendesselben Schlußklanges, gibt dieser Dichtart den entschiedenen lyrischen Charakter.
Hat man sich mit ihr vollkommen befreundet, wie es bei uns Deutschen wohl der Fall ist, so sind die Balladen aller Völker verständlich, weil die Geister in gewissen Zeitaltern, entweder kontemporan oder sukzessiv, bei gleichem Geschäft immer gleichartig verfahren. ....

Quelle:
Johann Wolfgang von Goethe: Berliner Ausgabe. Kunsttheoretische Schriften und Übersetzungen [Band 17–22], Band 17, Berlin 1960 ff.



In meiner Sammlung finden Sie über vierzig Balladen die in 4 Gruppen eingeteilt sind:

Volksballaden (6)
Balladen von G.A.Bürger (4)
Balladen von Goethe und Schiller (21)
Balladen von Uhland bis Wedekind (12)

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