> Gedichte und Zitate für alle: Einladung auf das Land- deutsche Einladungsgedichte 3

2013-08-04

Einladung auf das Land- deutsche Einladungsgedichte 3






Max Schenkendorf

Einladung

 Habt ihr nimmer noch erfahren,
Wie er ist so reich und gut?
Wie er seit viel tausend Jahren
Alle Wesen lieben thut?

Liebend hat er ausgesehen
Manches lange Jahr nach euch,
Wollet endlich ihn verstehen,
Menschen, kommt in Gottes Reich!

Segnend in der Menschen Mitte
Ist er jeder Seele nah,
Zu gewähren jede Bitte,
Steht er immer freundlich da.

Soll der Taumel ewig währen?
Sprecht, wie lang ihr sucht und irrt?
Wollt ihr nicht zu Jesu kehren,
Welcher winkt, ein treuer Wirth?

Kommt und laßt uns Herberg' nehmen,
Kehret bei dem Heiland ein;
Da wird Sehnen bald und Grämen,
Welt und Schmerz vergangen sein.

Wie sich alle Blumen wenden
Zu dem hellen Sonnenlicht,
Nehm' aus den durchbohrten Händen
Jeder an, was ihm gebricht!
 Leopold Friedrich Günther von Goeckingk

Einladung auf das Land

Morgen flieg' ich auf das Land,
Komm, mein frommer Amarant,
Laß uns Hirten werden!
Komm! vergiß am Wasserfall'
Ruhm und Akten, Spiel und Ball,
Diesen Tand der Erden.

Was den Hirten Rosen streut:
Unschuld und Zufriedenheit,
Haben wir ja Beide!
Und den Hirten gleich zu seyn:
Welcher Königskrone Schein
Strahlt so viele Freude?

O so laß den kurzen May
Dieses Lebens uns getreu
Mit einander schmecken!
Wenn der Sommer uns erreicht,
Hinkt die Lust, im Winter schleicht
Sie den Gang der Schnecken.

Und, o Mann! wie ungewiß,
Ob nicht Todesfinsterniß
Unser Aug' umziehet,
Eh' es von der ganzen Zahl
Sommerfreuden, nur einmal
Eine wirklich siehet?

Komm denn, küß' als Hirtin mich!
Aber ach! ich bitte dich,
Schone deiner Pferde;
Denn ich mag nicht, daß ein Thier
Bloß aus Leidenschaft zu mir
Abgemartert werde.

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