> Gedichte und Zitate für alle: Erotische Gedichte aus dem 18.Jh. Celander III

2013-08-15

Erotische Gedichte aus dem 18.Jh. Celander III


Teil III



Als er ihre Brüste küsste

Blondine deiner Brüste Kuß /
Hegt mehr von süssen Überfluß
Als tausend Zucker-Fladen
Und theure Marmeladen.
Mehr Süssigkeit quilt aus dem Schnee
Der Brüste / als aus Hyblens Klee /
Die Feige wird zur Schleen
Kein honig kan bestehen /
Daß nicht zu Gall und Wermuth wird
Wenn es der Brust wird beygeführt.
Der Wein wird schlechte Pfütze
Das Manna Haber Grütze /
Dein Ambrosin und Nectar Safft
Benimmt dein Busen alle Krafft /
Dein unbefleckte Brüste
Die Zinsen Himmels-Lüste.
Auf ihre Brüste

1.
Englische Brüste
Nichts reichet mehr Lüste
Als ihr /
Den feurgen Rubinen /
Den weissen Jesminen,
Den wallenden Ballen
Den süssen Corallen
Kein Nectar und Honig / noch Zucker geht für.

2.
Milcherne Auen
Ihr lasset mir schauen
Die Frucht:
Darinnen verstecket
Was Anmuht erwecket.
Da man den Leim findet /
Der Seelen verbindet.
Und da man die Speise der Lieblichkeit sucht.

3.
Auf eure Hügel
Trägt Venus Geflügel
Die Saat:
Daraus denn eutspringet
Was Lustbarkeit bringet /
Was jedem beliebet /
Was Lieblichkeit giebet /
Und süsse Vergnügung im Überfluß hat
Ein schöner Schoß

Zinnober ziehrt den Mooß, den Circul kröhnen Myrthen,
  Ein schwartz' Wald deckt den Ort, wo Venus schlaffen liegt,
Und hült die Muschel bey, so Cypriporn gewiegt,
  Sie müste sonst zu viel den lüstern' Gast bewirthen.
Die Insul und ihr Port sind frey von allen Syrten,
  Sie schützt die Citadell, die treue Brunst besiegt;
Da liegt ein Canaan, so Amorn selbst vergnügt,
Das angenehme Feld ist nur vor einen Hirten.
Die eng-gewölbte Schacht zeigt Rosen und Rubinen.
Die Lust und Kitzelung der süssen Anmuth dienen.
  Die Esse hegt ein Feur, das es so weit gebracht,
  Daß es, was stählern schien, zu weichem Wachse macht.
Die schöne Gegend läßt in seichten Rosen-Gründen.
Den allerbesten Schatz der Lieblichkeiten finden.








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