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2013-08-14

Erotische Gedichte von Celander II


Teil II


Arismene verweiset ihm seine Dreistigkeit.

Nicht zu dreiste mein Lysander!
Küßt die Brüste / so euch frey /
Bleibt bey diesen / laßt das Ander /
Dencket / daß es heilig sey.
Laßt die geilen Griffe bleiben /
Krönet lieber meine Brust /
Und last eure Finger treiben
In dem Marmor-Meer der Lust.
Kühlet eure heisse Finger
In des Busens zarten Schnee /
Er wird dadurch nicht geringer
Sondern quillet in die Höh.
Spielet in den zarten Wellen /
Kühlt euch in dem Perlen Thau /
Küßt der Wollust Lager-Stellen
Auf der Brüste Rosen-Au.
Schaut Corallen auf Junkiljen
Und den Türcks in Milch gesetzt;
Schmeckt die Anmuth / so die Liljen
Meiner Brüste angenetzt.
Schützt den Eingang dieses Landes /
Wo Rubin auf Perlen glüht /
Ehrt die Gegend dieses Strandes /
So den Geist mit Lust versieht.
Wadet in dem Marmor-Meere /
Dessen Wellen milchern sind /
Was ich allen hier verwehre /
Wird euch nur allein gegünnt.
Füget euren Mund und Lippen
Diesen Himmels-Früchten bey /
Suchet von den Perlen-Klippen
Etwas / so euch Zucker sey.
Sauget als die zarten Bienen
Honig aus dem Tausend-Schön
Jener blühenden Jesminen /
Die auf meinen Hügeln stehn.
Krönet / küsset diese Ballen /
So die Anmuth Töchter nennt /
Laßt euch ihre Pracht gefallen /
Davon sich die Lust nie trennt.
Wartet diese Lust-Granaten /
Lacht die Edens-Aepffel an /
Wie ihr Schmuck so wohl gerathen /
Daß er Todten helfen kan.
Bleibt von dem verbohtnen Lande /
In dasselbe kommt ihr nicht /
Wohnet bey dem schönsten Strande
Da euch keine Lust gebricht.
Selbst die Anmuth will euch weiden /
Sie giebt alle Schätze frey /
Warum wolt ihr Mangel leiden
In der öden Wüsteney?
Bleibet in dem vollen Garten /
Da die Töpff mit Fleisch gefüllt
Was! wolt ihr auf Paran warten
Wo der Thau den Hunger stillt?
Bleibet bey den vollen Brüsten /
Und verlaßt die leere Schoß;
Wer vertauscht um eine Wüsten
Wol ein schön geputztes Schloß?
Frost und Hitze könnt ihr finden /
In der Brüste Paradieß /
Flammen löschen und entzünden
Kan des Busens Silbern Vließ.
Seht wie Feur aus Eyse qnillet
Heisser denn es AEthna hegt /
Doch der Brandt wird bald gestillet /
Daß sich seine Hitze legt.
Hecla heget Feur und Flammen /
Frost und Hitze reicht er dar /
Diese stehen auch beysammen
Auf der Brüste Brand-Altar.
Bald sind sie in Eyß geweltzet
Und dem Schnee in Ballen gleich /
Wenn die Hitze sie nun schmeltzet /
Sind sie am Vergnügen reich.
Und bey diesen Wechselungen
Bleibet doch die Anmuth hier /
Ja die Lust ist ungezwungen
In dem weissen Brust-Revier.
Drum so krönet diese Ballen
Wo sich Lust und Anmuth regt /
Und verlaßt des Schoosses Hallen /
Die nur todtes Tauren hegt.
Schaut die Zwilling meiner Brüste /
So wie glatte Rehe stehn /
Sagt / daß sich eur Sehnen rüste
Dieses Wild im Netz zu sehn.
Meine Brüste sind wie Trauben /
Die noch nicht zerquetschet sind /
Davon könnt ihr Julep rauben /
Welchen man voll Anmuth findt.
Ihre Säffter sind viel besser
Als der angenehmste Wein /
Da ist das Verlangen grösser
Als es nach dem Wein kan seyn.
Schaut sie hier in Rosen weiden /
Da sie keine Sonne sticht /
Aus den Schatten reichen Heiden
Weicht die kühle Anmuth nicht.
Was den Zephyr übersteiget /
Und Ambrirte Winde bläßt /
Hier ein holdes Schicksahl zeiget /
So euch nichts ermangeln läßt.
Nehmet an mein süßtes Leben
Dieses zarte Lust-Gefild' /
Euch will ich die Brüste geben
Der Dionen Eben-Bild.
Schaut die Helffenbeinern Thürme
Als des Himmels Brust-Bild an /
Laßt / daß nicht mein Eyfer stürme /
Was die lose Hand gethan.
Hier steht euch mein Hold-seyn offen
So weit als die Brüste gehn;
Doch die Schooß läßt euch nichts hoffen /
Ja nicht einst das blosse Sehn.
Brechet von den Brüsten Früchte /
Hüllt die Hand in Sammet ein /
Eßt des Busens-Schau-Gerichte
Es soll euch vergönnet seyn.
Nur die Schooß / und ihren Haynen
Last Lysander unberührt /
Sonsten ihr ein Zorn-erscheinen
Uber eure Schädel führt.
Seht wie Amors Winde pfeiffen
Um der Brüste Wollust-Baum /
Schaut wie seine Aepffel reiffen /
Drum verlacht den Sodoms-Schaum.
 So das todte Meer euch zeiget /
Und zum Unglücks-Koder braucht /
Dessen Lust zum Sterben neiget /
Und wie leichter Rauch verraucht.
Aber bey der Brüste Liljen
Findet ihr beliebte Lust /
Die kein Wetter kan vertilgen
Aus dem Garten meiner Brust.
Bey den Liljen / und Jesminen
Bey Granaten / und der Nelck' /
Jdumeens Rosen grünen /
Diese macht kein Unfall welck.
Daselbst ist die Zucker-Quelle /
Die mit Milch und Honig rinnt /
Und die Ambra reiche Stelle
Da man Lebens Stärckung findt.
Balsam / Musch und Specereyen
Wird auf diesem Bett gehegt /
Alle Tage sich von neuen
Da erneute Wollust regt.
Drum mein wehrter Schatz Lysander
Küßt die Brüste / so euch frey /
Dabey bleibet / last das Ander /
Denckt / daß es verboten sey.

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