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2013-08-14

Gedicht zum Thema Gott Teil 15


Teil 15


Louise Hensel

Hingabe an Gott

 Wem sollt' ich sonst vertrauen,
Auf wen denn könnt' ich bauen,
Als nur auf Dich allein?
Dir sei mein ganzes Leben
Geopfert und gegeben,
Dein will ich auch im Sterben sein.

Was Du in diesem Leben
Mir nehmen willst und geben,
Das sei Dir heimgestellt;
Die Liebe kann nicht zählen;
Nimm, Bräutigam der Seelen!
Nimm Alles hin, wie Dir's gefällt.

Das Liebste, was ich hege
Und tief im Herzen pflege,
Auch das sei, Vater, Dein!
Du kannst auf höh're Weiden
Dein armes Schäflein leiten:
Dein soll auch meine Liebe sein!
 August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

Gott sei der armen Seele gnädig!

Der Herr von Leib regieret jetzt,
Ein ganz gewalt'ger Mann,
Er ist gar werth und hochgeschätzt,
Und bleibt es auch fortan,
Denn viele Millionen sind
Ihm unterthan mit Weib und Kind.

Frau Seele schaffet Tag und Nacht,
Das arme gute Weib,
Gräbt edles Erz aus manchem Schacht
Und nur für Herrn von Leib,
Denn Herr von Leib das ist der Staat,
Ihr wisst schon, was der nöthig hat.

So wird in Kriegs- und Friedenszeit
Sein theures Haupt bewacht,
Und zwar in Glanz und Herrlichkeit,
Weil's ihm Vergnügen macht;
Und dies Vergnügen kennt kein Ziel
Und kostet viel, ja viel viel viel.

Manch junger Held erhält viel Geld,
Bloß weil er Wache steht,
Und sorglos durch die Friedenswelt
In Uniformen geht.
Drum zieh den bunten Rock auch an,
O Seel', und werd' ein Kriegesmann!
Heinrich Hoffmann von Fallersleben

Gottlob

Wir sind nicht Mumien, sind nicht Leichen,
Wir sind nicht Träumer stumm und blind,
Wir geben noch ein Lebenszeichen,
Wir zeigen, daß wir Männer sind.
Wir leben noch, noch ist es Tag,
Heil jedem der noch wirken mag!

Wir wollen nicht so lange warten,
Bis wir im Herrn entschlafen sind,
Bis über uns im Friedhofgarten
Zur Weide geht des Pfarrers Rind.
Wir leben noch, noch ist es Tag,
Heil jedem der noch wirken mag!

Ihr sollt uns nicht vom Ziele bringen
Mit Warnen, Bitten, Dräu'n und Flehn;
Ihr sollt uns nicht in Schlummer singen,
Wir wollen wacker vorwärts gehn.
Wir leben noch, noch ist es Tag,
Heil jedem der noch wirken mag!






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