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2013-08-16

Gedichte Dank/Dankbarkeit (5)





Gottfried Keller

Dankbares Leben

Wie schön, wie schön ist dieses kurze Leben,
Wenn es eröffnet alle seine Quellen!
Die Tage gleichen klaren Silberwellen,
Die sich mit Macht zu überholen streben.

Was gestern freudig mocht' das Herz erheben,
Wir müssen's lächelnd heute rückwärts stellen;
Wenn die Erfahrungen des Geistes schwellen,
Erlebnisse gleich Blumen sie durchweben.

So mag man breiter stets den Strom erschauen,
Auch tiefer mählich sehn den Grund wir winken
Und lernen täglich mehr der Flut vertrauen.

Nun zierliche Geschirre, sie zu trinken,
Leiht, Götter! uns, und Marmor, um zu bauen
Den festen Damm zur Rechten und zur Linken!
Herrmann von Lingg

Dank im Glücke

Vergiss es, daß du einst im Schoß
Der Armut bist gelegen,
Und daß des Jammers Träne floß
In deinen Morgensegen!
Vergiß es, da du glücklich bist,
Wie Träume man am Tag vergießt.

Es denkt nicht mehr der Edelstein
An seine Bergesklüfte,
Die Perle nicht im Sonnenschein
An ihre Meeresgrüfte;
Sie beide funkeln freudeklar
In deinem dunkeln Lockenhaar.

Die Freude sei dein Dankgebet;
Wohin ihr Hauch dich trage,
Wo immer dich ein Bild umsteht
Von bleicher Erdenklage,
Da lindre, segne, streue Lust
Und nimm den Dank an meiner Brust!
Dankbar und bescheiden von 

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