> Gedichte und Zitate für alle: Gedichte zum Thema Wald Teil 13 (Busch und Kämpchen)

2013-08-03

Gedichte zum Thema Wald Teil 13 (Busch und Kämpchen)





Wilhelm Busch

 Waldfrevel

Ein hübsches Pärchen ging einmal
Tief in des Waldes Gründe.
Sie pflückte Beeren ohne Zahl,
Er schnitt was in die Rinde.

Der pflichtgetreue Förster sieht's.
Was sind das für Geschichten?
Er zieht sein Buch, er nimmt Notiz
Und wird den Fall berichten.
Heinrich Kämpchen

Der Wald.

O Wald mit deinen Hallen,
So kühn und hoch gebaut,
Mit deinem linden Säuseln,
Mit deinem Sturmeslaut. –

Will meine Kraft ermatten,
Ist mir die Brust erschlafft,
Du gibst mir Luft und Schatten
Und neue Lebenskraft. –

In deinem heil’gen Wehen
Vergeß ich all mein Leid,
Wird mir der Odem freier,
Wird mir die Seele weit. –
Heinrich Kämpchen

Im Walde

Ich kehre gern im Walde ein,
Dem Vogelsang zu lauschen,
Beim Frührot und im Abendschein
Und bei der Winde Rauschen.
Der Wald, der sommergrüne Wald
War stets mein liebster Aufenthalt,
Will keinen andern tauschen. 

Als Kind schon war mein erster Gang
Hinaus in seine Hallen,
Der Jägerruf, der Jagdhornklang,
Sie täten mir gefallen.
Und immer fort und immer neu
Blieb’ ich dem Walde vielgetreu
Und geht zu ihm mein Wallen. –

Und darum auch, Genossen mein,
Wenn ihr zu Ruh’ mich bringet –
Im Wald will ich begraben sein,
Im Wald, wo’s rauscht und klinget.
Dort wird die Zeit mir nimmer lang’,
Ich höre ja den Hifthornklang
Und Philomele singet. –

Am Eibenbaum, am trauten Ort,
Wo ich so gerne weile,
Und den erkoren ich als Port.
Vor Unrast und vor Eile.
Am Eibenbaum, im Waldesduft,
Genossen, grabet mir die Gruft,
Die ich mit keinem teile. –

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