> Gedichte und Zitate für alle: G.Falke, E.Stadler u.K.E.Knodt zum Thema Frau- Gedichte Teil 14

2013-08-24

G.Falke, E.Stadler u.K.E.Knodt zum Thema Frau- Gedichte Teil 14


Teil14


 Ernst Stadler 

Was waren Frauen

Was waren Frauen anders dir als Spiel,
Der du dich bettetest in soviel Liebesstunden:
Du hast nie andres als ein Stück von dir gefunden,
Und niemals fand dein Suchen sich das Ziel.

Du strebtest, dich im Hellen zu befreien,
Und wolltest untergeh'n in wolkig trüber Flut -
Und lagst nur hilflos angeschmiedet in den Reihen
Der Schmachtenden, gekettet an dein Blut.

Du stiegst, dein Leben höher aufzutürmen,
In fremde Seelen, wenn dich eigne Kraft verließ,
Und sahst erschauernd deinen Dämon dich umstürmen,
Wenn deinen dünnen Traum der Tag durchstieß. 


 
  Gustav Falke 

Die junge Frau am Fenster

Du blühst in Hoffnung.
Höchstem Glück,
dem nahen, träumst du still entgegen.
Doch aus der Zukunft schweift dein Blick zurück.
Da werden deine Augen groß:
Du siehst dich klein, klein Kind auf Kinderwegen,
ein erstes Lockenpüppchen auf dem Schoss.

Auf deinem Nähtisch
weiß und fein,
hellschimmernd liegt das weiche Linnen.
Ein Hemdchen ist es, ach, wie putzig klein.
Die goldnen Sonnenstrahlen rinnen
dir über deine fleißige Hand,
aufflammt ein Brand.
Es blitzt
der Ring, der dir am Finger sitzt.

Die goldne Sonne!
Ja, sie soll
dir deine liebe Arbeit segnen!
Wie ist dein Auge auch so sonnenvoll,
wenn Sonn' und Auge sich begegnen.
Ein Mutterherz ist so voll Glanz und Licht,
die Sonne selbst beschämt es nicht.

Ein Mutterherz?
Du lächelst leis
und siehst durchs Fenster in die Weite,
da färbt sich schon ein schmächtig Rebenreis
hinschwankend an der Fensterbreite,
mit einem ersten zarten Hauch
von frühem Herbst.
Siehst du es auch?

Wie solltest du!
O nein, du kannst den Herbst nicht sehn.
Und wenn nun alle späten Blätter,
ein Farbenfeuer, dich umwehn,
dir ist es nur ein Frühlingswetter.
Aus wildem Wein
schlürfst du den Lenzduft neuen Lebens ein.

Dort an der Wand,
wo jetzt das Gold
der Sonne die Tapete malet,
denk ich mir schon die Wiege, hold
mit deinem Lächeln überstrahlet,
und denke schon - nein, wende nicht
dein überglühtes Angesicht -
denk schon das Kindlein mir dazu,
licht wie der Frühling
und so schön wie du! 

  Karl Ernst Knodt 

An Frau Anna de Lagarde

Du tust auf lichten und leuchtenden Strassen
Die stillen Schritte zur Ewigkeit,
Und alles, was auf des Werktags Gassen
Dein Auge streift, ist wie geweiht.

Eine Vesta - schürst du die heiligen Gluten
Des Feuers, das eine höhere Hand
Geweckt aus des liebsten Lebens Verbluten,
Für das deutsche Volk und Vaterland.

Einst kommt die Stunde, da schlagen die Flammen
Empor und werden zum Morgenschein
Und röten mit allen Sonnen zusammen
Den ewigen Weltensonntag ein. 

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