> Gedichte und Zitate für alle: Hymne an Gott- Gedichte deutscher Dichter (9)

2013-08-11

Hymne an Gott- Gedichte deutscher Dichter (9)



Teil 9



Elise Sommer

Hymne an Gott

Zu dir! zu dir soll sich mein Geist erheben,
Vor dessen Glanz der Seraf sich verhüllt,
Vor dem Gebirg' und Felsen furchtsam beben,
Der Aetna's Feuerschlund mit Flammen füllt!

Dein Wink gebeut; es fahren Blitze nieder,
Im Feuer schwimmt der ganze Ozean,
Es rollen tausend laute Donner nieder,
Und Meereswellen schlagen himmelan.

Du wallst auf weißbedeckten Alpenhöhen,
An deren Fuß der Rheinstrom laut sich wälzt;
Im Frühlings-Säuseln, in der Linde Wehen,
Im Sonnenstrahl, der Eisgebirge schmelzt!

Du wohnst im Tal, auf hoher Eichen Wipfel,
Am Silberbach, der sich durch Blumen gießt,
Dich find' ich auf des Cimborasso Gipfel,
Der stolz und kühn die nahen Wolken grüßt.

Der Erde großes göttliches Gebäude
Entrollte deinen Händen, wie ein Ball,
Du gabst ihr Sonn' und Sterne zum Geschmeide,
Den ungeheuren Ozean zum Wall.

Der Kolibri mit goldgestickten Flügeln,
Preißt, Ew'ger! dich, dich preißt des Löwen Muth,
Vom Sternenplan bis zu der Erde Hügeln
Tönt alles freudig: groß ist Gott und gut!

Ich jauchze mit in diese Harmonieen,
Vom Staube steigt mein Geist zu Gott empor.
Ich höre Harfentöne, Melodieen
Der Seligen im höhern Geisterchor!
Clemens Brentano

O lieber Gott, so mild und lind

 O lieber Gott, so mild und lind,
Du schließest mit Erbarmen,
Die Kinder all, die Waisen sind,
In deine Vaterarmen.

Siehst nieder in der stillen Nacht
Mit tausend kleinen Sternen,
Und wo dein freundlich Auge wacht,
Muß sich der Feind entfernen.

Drum fasse Mut, du Menschenkind,
Verlier' dich nicht im Dunkeln,
Die Lichter ja am Himmel sind
Um tröstlich dir zu funkeln.
Annette von Droste-Hülshoff

Ich trau auf deine Hand,
das sie mich wohl behüte,
weil alle deine Güte
und Liebe mir bekannt
und das ein sich'rer Hort
das Unheil von mir wende.
O Herr, in deine Hände!

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