> Gedichte und Zitate für alle: Klabund, Dörmann u.Ringelnatz- Erotische Gedichte 7

2013-08-01

Klabund, Dörmann u.Ringelnatz- Erotische Gedichte 7




Klabund 

Wir im Welteninnen

Pflanze auf meine Lenden 
Deiner Liebesküsse Raserei:
Sieh: mein Schrei 
Brüllt wie eine Fackel auf zu Weltenbränden.
Lass die Sterne bleich ins Nichts verrinnen, 
Lass die Erde sich in Asche modern, 
Wir im Welteninnen 
Werden wie die Hölle ewig lodern.
Felix Dörmann 

Im Herzen wühlt und lodert 
Die wüsteste, tollste Begier 
Und reißt und stößt und peitscht mich, 
Madonna Lucia, zu Dir. 
Die Glieder schauern und beben, 
Das Auge Flammen sprüht, 
Wie kochende Lavaströme 
Das Blut meine Adern durchglüht. 
Ich flehe Dich an, o gebrauche 
Die göttlich dämonische Macht, 
Die meine zerfaserten Nerven 
Zum rasendsten Taumel entfacht. 
Und wenn an Deinem Busen 
Zum Wahnwitz schwillt die Lust, 
Dann, üppigste, geilste der Schlangen, 
Erwürg' mich an Deiner Brust. 
Joachim Ringelnatz

Ferngruß von Bett zu Bett

Wie ich bei dir gelegen
Habe im Bett, weißt du es noch?
Weißt du noch, wie verwegen
Die Luft uns stand? Und wie es roch?

Und all die seidenen Kissen
Gehörten deinem Mann.
Doch uns schlug kein Gewissen.
Gott weiß, wie redlich untreu
Man sein kann.

Weißt du noch, wie wir’s trieben,
Was nie geschildert werden darf?
Heiß, frei, besoffen, fromm und scharf.
Weißt du, dass wir uns liebten?
Und noch lieben?

Man liebt nicht oft in solcher Weise.
Wie fühlvoll hat dein spitzer Hund bewacht.
Ja unser Glück war ganz und rasch und leise.
Nun bist du fern.
Gute Nacht.






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