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2013-09-08

Des Knaben Wunderhorn- Gedichte zum Thema Freude (10)







Achim von Arnim und Clemens Brentano

Aus des Knaben Wunderhorn

Ehestand der Freude

Lasset uns scherzen
Blühende Herzen,
Lasset uns lieben
Ohne Verschieben,
Lauten und Geigen
Sollen nicht schweigen,
Kommet zum Tanze,
Pflücket vom Kranze.

Drücket die Hände,
Legt euch zum Ende
Gebet Euch Küsse,
Tretet die Füße,
Machet euch fröhlich,
Machet euch ehlich,
Lasset die Narren
Einsam verharren.

Ehlich zu werden
Dienet der Erden,
Ledige Leute
Mangeln der Freude,
Jeder muß sterben,
Machet euch Erben
Euerem Gute,
Namen und Blute.

Lasset der Grauen
Murren und Schauen,
Rathen und Wissen,
Wenig erspriessen;
Eben sie selber
Waren auch Kälber,
Blühende Herzen
Lasset uns scherzen.
Achim von Arnim und Clemens Brentano

Aus Des Knaben Wunderhorn

Unbeschreibliche Freude

Wer ist denn draußen und klopfet an?
Der mich so leise wecken kann?
Das ist der Herzallerliebste dein,
Steh auf und laß mich zu dir ein.

Das Mädchen stand auf, und ließ ihn ein,
Mit seinem schneeweissen Hemdelein;
Mit seinen schneeweissen Beinen,
Das Mädchen fing an zu weinen.

Ach weine nicht, du Liebste mein,
Aufs Jahr sollt du mein eigen sein;
Mein eigen sollt du werden,
O Liebe auf grüner Erden.

Ich wollt daß alle Felder wären Papier,
Und alle Studenten schrieben hier;
Sie schrieben ja hier die liebe lange Nacht,
Sie schrieben uns beiden die Liebe doch nicht ab.

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