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2013-09-16

Deutsche Gedichte zum Thema Heimweh Teil 2





Agnes Franz

Heimweh

Du fragst, was ich verlange? 
Zur Heimat will ich hin!
Mir ist doch ewig bange,
So lang' ich dort nicht bin.

Wohl steht mit reicher Schöne
Die Erde angetan;
Doch, was ich mir ersehne,
Das treff' ich nirgends an.

Die Blumen, die ich meine,
Zieht diese Welt nicht groß;
Sie keimen nur alleine
In meines Vaters Schoss.

Im Sternenschein der Liebe,
Da steht kein weites Haus.
Die Welt ist kalt und trübe;
Ich sehne mich hinaus.
Charlotte von Ahlefeld

Heimweh

 Was zieht uns aus der Fremde bunten Kreisen
Zur Heimat hin mit stürmischer Gewalt,
Als ginge ewig dort in sanften Gleisen
Der Strom des Glücks, der sonst uns nirgends wallt?

Was löschet in verborgnen, heissen Tränen
Des Lebens Glanz, der düster uns verbleicht,
Wenn still herbei geführt von zartem Sehnen
Das Bild des Vaterlandes uns beschleicht? –

Es ist das Heimweh, das mit bangen Schmerzen
In fremden Ländern schauernd uns ergreift,
Das nach und nach von dem erkrankten Herzen
Den Blütenschimmer jedes Frohsinns streift.

Das zieht uns aus der Fremde schönern Kreisen
Zum Vaterland mit mächtiger Gewalt,
Und tauscht den Trieb nach Neuheit und nach Reisen

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