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2013-09-22

Gedichte von Max.H.Neiße-Eine Bergnacht (6)




Eine Bergnacht

Das Abenddorf im Schlummer liegt,
vorn Bergwind in den Traum gewiegt.
Leis geht von Wald zu Wald ein Wort,
geschwätzig trägt der Bach es fort.

Ein Mensch steht im Gesträuch allein,
groß, unbewegt, ein Bild von Stein,
und wer ihn siehe, wüßte nicht,
was er zu seinem Sternbild spricht.

Ist es das Wort von Wald zu Wald,
das nun im Echo widerhallt,
vor dem das Herz des Mondes bebt,
das alle Nächte überlebt ?

Der Wind wird plötzlich wild und laut
und raubt die Erde sich zur Braut,
zerzaust des Waldes grünes Haar
und tanzt als trunkener Barbar.

Der Bach sich schüchtern wiederholt,
ihn schreckt, was in den Schluchten johlt.
Das Dorf, aus Träumen aufgestört,
vergräbt. sich, daß es nichts mehr hört.

Nur sacht im Turm die Glocke schwingt,
bedacht, daß nicht ihr Lied erklingt.
Groß, unbewegt, ein Bild von Stein,
steht im Gefild’ ein Mensch allein.






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