> Gedichte und Zitate für alle: Gedichte zum Heimweh von J.v. Eichendorff 4

2013-09-16

Gedichte zum Heimweh von J.v. Eichendorff 4

Junger Mann mit Heimweh






Joseph Freiherr von Eichendorff

Heimweh

Wer in die Fremde will wandern,
Der muß mit der Liebsten gehn,
Es jubeln und lassen die andern
Den Fremden alleine stehn.

Was wisset ihr, dunkele Wipfel,
Von der alten, schönen Zeit?
Ach, die Heimat hinter den Gipfeln,
Wie liegt sie von hier so weit!

Am liebsten betracht ich die Sterne,
Die schienen, wie ich ging zu ihr,
Die Nachtigall hör ich so gerne,
Sie sang vor der Liebsten Tür.

Der Morgen, das ist meine Freude!
Da steig ich in stiller Stund
Auf den höchsten Berg in die Weite
Grüß dich, Deutschland, aus Herzensgrund!
Joseph Freiherr von Eichendorff

Heimweh

An meinen Bruder

Du weißts, dort in den Bäumen
Schlummert ein Zauberbann,
Und nachts oft, wie in Träumen,
Fängt der Garten zu singen an. 

Nachts durch die stille Runde
Wehts manchmal bis zu mir,
Da ruf ich aus Herzensgrunde,
O Bruderherz, nach dir. 

So fremde sind die andern,
Mir graut im fremden Land,
Wir wollen zusammen wandern,
Reich treulich mir die Hand! 

Wir wollen zusammen ziehen,
Bis das wir wandermüd
Auf des Vaters Grabe knien

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