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2013-09-19

Gruss der Sonne- G.Keller, L. Eichrodt zum Thema Sonne 21






Gottfried Keller

Gruss der Sonne

Aus den braunen Schollen
Springt die Saat empor,
Grüne Knospen rollen
Tausendfach hervor.

Und es ruft die Sonne:
Fort den blassen Schein!
Wieder will ich Wonne,
Glut und Leben sein!

Wieder wohlig zittern
Auf dem blauen Meer,
Oder zu Gewittern
Führen das Wolkenheer!

In den Frühlingsregen
Sieben Farben streun
Und auf Weg und Stegen
Meinen goldnen Schein!

Ruhn am Felsenhange,
Wo der Adler minnt,
Auf der Menschenwange,
Wo die Träne rinnt!

Dringen in der Herzen
Kalte Finsternis,
Blenden alle Schmerzen
Aus dem tiefsten Riss!

Bringt - ich bin die Sonnen -
An das Kerkertor,
Was ihr habt gesponnen
Winterlang, hervor!

Alle finstern Hütten
Sollen Mann und Maus
Auf die Aue schütten,
An mein Licht heraus!

Mit all euren Schätzen
Lagert euch herum,
Wendet eure Fetzen
Vor mir um und um!

Dass durch jeden Schaden
Leuchten ich und dann
Mit dem goldnen Faden
Ihn verweben kann!
Ludwig Eichrodt

Sonne

 Und wieder kam die Sonne
Ins große Thal des Rheins,
Und hat gebracht die Wonne
Des warmen Sonnenscheins.

Sie kam herfür die Berge
Und zündete ins Gras,
Und ihre ersten Werke
Die Blumen waren das.

Und wie sie durchs Gebüsche
Die Bächlein aufgeküßt,
Da schwammen auf die Fische
Und haben sie gegrüßt.

Und wie sie aus den Bäumen
Das junge Laub gelockt,
Hat in den grünen Räumen
Kein Lied und Laut gestockt.

Und wie sie ganz den Winter
Verjagt mit ihrem Strahl –
Die schönen Menschenkinder

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