> Gedichte und Zitate für alle: Nach dem Regen- Gedichte zum Regen (11)

2013-09-07

Nach dem Regen- Gedichte zum Regen (11)


Teil 11





Julius Rodenberg

Regenbogen

Noch schweben die Wolken zerrissen,
Noch hangen sie tief und schwer,
Mit den brütenden Finsternissen
Kämpft des Lichtes goldener Speer.

Und wo er sie trifft mit Funkeln,
Wie stäubt da die wilde Jagd!
Da strahlen die Wellen, die dunkeln,
Da blitzt es wie Gold und Smaragd.

Mit Staunen folgt und mit Freude
Der Blick dem verworrenen Hauf',
Phantastische Wolkengebäude
Steigen am Himmel herauf.

Schimmernde Seepaläste,
Wiesen von grünem Schein;
Die Sonne, der Wind als Gäste,
Die wandeln dort aus und ein.

Nun aber stürzt Turm und Mauer,
Und alles wird öd und fahl;
Ein eisiger Regenschauer
Löscht aus den letzten Strahl.

Es ballt sich zu finstrer Masse
Das Grau, das den Himmel verhüllt,
Bis plötzlich sich jene blasse
Wolke mit Glut erfüllt.
Gustav Sack

Nach dem Regen

Zwischen des Gartens stierköpfigen Schatten,
aus denen des Tages letzte Lichter
wie blutrot müde Augen funkeln,
wandeln wir um und sprechen leise
von unsren geknickten Plänen; von den
Bäumen fallen die Tropfen und zuweilen
stürzen, dort wo die Wege sich biegen,
des Gartens Schatten wie wollige Stiere
jählings auf unser Herz –
dann klettert mit seinen hageren Armen
der Mond an den sparrigen Zweigen hoch
und will mit seinen zitternden Händen,
seiner messingnen Greisenglatze
und süffisanten Magisterfratze
unser Leid in ein ironisches Lächeln umwenden;
aber ein Wind schüttelt die Wipfel

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