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2013-09-03

Nacht-Gesang- S.George u.Klabund zum Thema Gesang-Gedichte (19)


Teil 19








  Klabund 

Im klappernden Gesang von Holzpantoffeln

Im klappernden Gesang von Holzpantoffeln
Müde am Morgen schon, wenn Palme friert.
Schnee schäumt. Herzen im Wind.
Blonde Behütung! Erste Magnolie!

Warum steigt die Träne ins dunkele Aug
Silbernem Bergmann gleich? Säumte die Sonne je
Scheues Mädchen die Jahre am Horizont?
Badet die Blinde am bunteren Gestade?

Liebe hat sich, das listige Lamm, entfernt,
Weidet Narzissenwiesen im Oberland.
Hände hüten, leise schaukelnd,
Venezianische Vase meinen Kopf.
Stefan George

Nacht-Gesang

I

Mild und trüb
Ist mir fern
Saum und fahrt
Mein geschick.

Sturm und herbst
Mit dem tod
Glanz und mai
Mit dem glück.

Was ich tat
Was ich litt
Was ich sann
Was ich bin:

Wie ein brand
Der verraucht
Wie ein sang
Der verklingt.


II

Mich erfreute der flug
Aller tiefdunklen pracht
Aller ernten voll glut
Aller seufzer der nacht

Und von frauen die schar
Die uns lenkend uns fröhnt
Sie im wallenden haar
Sie im tanz erst so schön.

Und der jünglinge chor
Der mich feurig gegrüsst
Deren wort ich belobt
Deren scheitel geküsst.

Erst an euch hab ich spät
Hohe freunde gefühlt
Was uns mählich zerfällt
Und was ewig uns glüht.


III

Sei rebe die blümt
Sei frucht die betört
Dir lieb und gerühmt..
Nur meide was stört

Was siecht und vermorscht
Was hastet und brüllt..
Von seltnen erforscht
Der menge verhüllt

Begehre das graun
Das schwellt nicht mehr sprengt -
Das schöne zu schaun
Das wärmend nicht sengt

Bis traumstill auf höhn
Der strahl in dir tauscht
In goldnem getön
Dein leben verrauscht.
Erich Mühsam

Gesang der jungen Anarchisten
 Freiheit! mahnt es aus den Grüften,
die der Vorzeit Kämpfer decken.
Freiheit! lockt es aus den Lüften,
die der Zukunft Stürme wecken.
Daß aus Ahnung Freiheit werde,
haltet, Künftige, euch bereit.
Reinigt die entweihte Erde –
helft ans Licht der neuen Zeit!

Freie Menschen sollen wohnen,
wo gequälte Sklaven schleichen,
Menschen, die aus allen Zonen
Gruß und Trunk einander reichen.
Von Gesetzen nicht gebunden,
ohne Herrn und ohne Staat –
frei nur kann die Welt gesunden,
Künftige, durch eure Tat!

Jugend, sammle deine Scharen,
kämpfend Zukunft zu erstreiten.
Wer das Leben will erfahren,
lasse sich vom Tod begleiten.
Künftige! Im heiligen Ahnen
lechzt die Welt nach Glück und Licht.
Mahnend wehn die schwarzen Fahnen:

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