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2013-09-12

Regen in der Dämmerung- Gedichte zum Regen Teil 16







Hugo von Hofmannsthal

Regen in der Dämmerung

 Der wandernde Wind auf den Wegen
 War angefüllt mit süßem Laut,
 Der dämmernde rieselnde Regen
 War mit Verlangen feucht betaut.

Das rinnende rauschende Wasser
 Berauschte verwirrend die Stimmen
 Der Träume, die blasser und blasser
 Im webenden Nebel verschwimmen.

 Der Wind in den wehenden Weiden
Am Wasser der wandernde Wind
 Berauschte die sehnenden Leiden
 Die in der Dämmerung sind, ..

 Der Weg im dämmernden Wehen
 Er führte zu keinem Ziel
Doch war er gut zu gehen
 Im Regen, der rieselnd fiel ....
     Theodor Däubler 

Regen

Die Sonne hat nur kurz das nasse Tal umschlungen,
Die Pappeln rauschen wieder, neckisch spielt der Wind.
Des Baches Schwermut hat gar lang allein geklungen,
Der Wind ist pfiffiger als ein vergnügtes Kind.

Die Wolken wollen kommen. Alles wurde rauher,
Die blassen Pappeln rascheln wie bei einem Guß.
Die nassen Weiden fast ein kalter Schauer,
Gewaltig saust die Luft, beinahe wie ein Fluß.

Nun soll der Regen kommen! Und es gieße wieder!
Der Sturm ist kraftbegabtes Lautgebraus,
Der Regen bringt die Rhythmen heller Silberlieder,
Die Pappeln wissen das und schlottern schon voraus.

Dem nassen Tal entwallen kalte Atlashüllen,
Und auch die Nebelhauche tauchen raschelnd auf.
Der Wind beginnt die Flur mit Wispern zu erfüllen,
Die Pappeln biegen sich, das Grau nimmt seinen Lauf. 

  Leo Sternberg 

Regen und Wind

Ein grauer Himmel, hell am Horizont...
Die Tannenspitzen in den Regenwolken.
Die Wege aufgeweicht ... Die strähnenwirren,
noch unbelaubten Bäume dunstversponnen...
Stoßweiser Wind ... In Mäntel eingeschlagne
Gestalten, schwarz, mit aufgestellten Kragen..
Die Raben in der Luft wie schräge Segel...
Im Straßengraben schlafend ein Betrunkner ...
Durchnässte Hunde, ziellos, schlammbespritzt...
Aus Schenken Kartenspielerlärm, Gequalm
und Biergestank ... Mit leeren, großen Augen
an kalte Scheiben angedrückte Köpfe...
Ein Obdachloser, der sich unterstellt..
Windstöße wieder ... Dächerschiefer klappern.
Gefangne hinter dicken Eisenstäben
breit aufgestützt .. Es kommt die Nacht, kein Stern ... 

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