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2013-09-15

Sonnen-Lob--Gedichte zum Thema Sonne 8








Regina Greiffenberg

Sonnen-Lob

Du Sternen-Käiserinn / des Himmels wehrte Krone /
das Aug der grossen Welt / der ganzen Erden Seel /
der Strahlen Mittel-Punct / die Lust-und Schönheit Quell /
das Leben aller Ding / der Klarheit Strahlen Throne /
du Leut-Erleuchterin / du Schatz-Haus aller Wonne 
des Höchsten Spiegel Glaß / (nichts zeigt ihn also hell / )
der stäten Regung Bild durch deine schnelle Schnell' /
du göldner Wunder Brunn / du sonderliche Sonne!
Ein Schiff / auf dem uns Gott die Lebens Güter schickt;
sein Wagen / der zu uns den Himmels-Seegen führet;
der Zeiten König bist / der Tag' und Jahr regiert /
des edle Gegenwart die Länder sehr erquickt
du schöner Segen-Baum / den Gottes Hand gepflanzet!
aus deiner Strahlen-Blüh ,des Schöpffers Schönhet glanzet.
Gotthold Ephraim Lessing

Die Sonne

Der Stern, durch den es bei uns tagt –
»Ach! Dichter, lern, wie unsereiner sprechen!
Muß man, wenn du erzählst,
Und uns mit albern Fabeln quälst,
Sich denkend noch den Kopf zerbrechen?«
Nun gut! die Sonne ward gefragt:
Ob sie es nicht verdrösse,
Das ihre unermeßne Größe
Die durch den Schein betrogne Welt
Im Durchschnitt größer kaum, als eine Spanne, hält?
»Mich«, spricht sie, »sollte dieses kränken?
Wer ist die Welt? wer sind sie, die so denken?
Ein blind Gewürm! Genug, wenn jene Geister nur,
Die auf der Wahrheit dunkeln Spur,
Das Wesen von dem Scheine trennen,
Wenn diese mich nur besser kennen!
Ihr Dichter, welche Feur und Geist
Des Pöbels blödem Blick entreißt,
Lernt, will euch mißgeschätzt des Lesers Kaltsinn kränken,
Zufrieden mit euch selbst, stolz wie die Sonne denken!

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