> Gedichte und Zitate für alle: Das Heimweh in Gedichten deutscher Dichter Teil 15

2013-10-07

Das Heimweh in Gedichten deutscher Dichter Teil 15






Adolf Frey

Heimweh

Da steh ich, ach, ich armes Blut,
Von Gott und Welt verlassen!
Es gönnt mir keiner einen Gruß
In all den hundert Gassen.

Daheim am Bühl grünt das Gefild
Und glitzert in der Sonnen,
Und durch die Holderstauden quillt
Zum Grund der frische Bronnen.

Der Glockenklang geht fern im Land,
Die Luft streift an den Rainen --
O säße ich dort am Waldesrand
Und dürfte weinen, weinen!
 Heinrich Lersch

Heimweh

Nun weiß ich es und fühl's in jeder Nacht:
das Land, das ich verließ, war mein.
Nun seh' ich Strom und Schiff und Stadt und Schacht,
und fühle: aller Arbeit Macht
in den Fabriken, die aus Stahl und Stein
gepanzert sind, umhüllt von Rauch und Flammenschein,
war mein und unser

Ich war so lange euer Knecht und fluchte
in euch dem Kerker, der die Sklaven zwingt —
nun bin ich schon so lang
in meiner Freiheit, dich mich ganz durchdringt.
Jetzt aber fühl' ich, sieh: es suchte
mich heut' nacht der Hammer, den ich schwang,
der Hebel, den ich zog, die Kette, die ich schlang,
das Feuer, das ich schürte, die Karre, die ich schob,
der Kranen, den ich führte, der Webstuhl, dran ich wob,
das Roß, das einst ich lenkte,
und fütterte und tränkte,
das liebe, treue Tier —
nach meiner Arbeit sehnt' ich mich
und diese sich nach mir.
  A. De Nora  (Anton Noder)

Deutsches Heimweh

Mitten aus den Schönheitswogen
Schlanker Florentinerinnen
Ist zuweilen weit von hinnen
Meine Seele fortgeflogen.

Augen - liebe, deutsche, ferne! -
Sucht' ich bei den schönen Donen.
Ach, aus all den heißen Sonnen
Sehnt' ich mich , nach einem Sterne!

Und für eine nur der Nächte,
Die er schweigend mir erhellt,
Gäb' ich all die Sonnenprächte

Keine Kommentare: