> Gedichte und Zitate für alle: Der West-östliche Divan- Buch der Parabeln: Wunderglaube (118)

2013-10-19

Der West-östliche Divan- Buch der Parabeln: Wunderglaube (118)






WUNDERGLAUBE

Zerbrach einmal eine schöne Schal’
Und wollte schier verzweifeln;
Unart und Übereil zumal
Wünscht ich zu allen Teufeln.

Erst rast’ ich aus, dann weint ich weich
Beim traurigen Scherbelesen;
Das jammerte Gott, er schuf es gleich
So ganz, als wie es gewesen.
Die Perle, die der Muschel entrann,
Die schönste, hochgeboren,
Zum Juwelier, dem guten Mann,
Sprach sie: „Ich bin verloren!
Durchbohrst du mich, mein schönes All,
Es ist sogleich zerrüttet,
Mit Schwestern muß ich, Fall für Fall,
Zu schlechten sein geküttet.“

„Ich denke jetzt nur an Gewinn,
Du mußt es mir verzeihen:
Denn wenn ich hier nicht grausam bin,
Wie soll die Schnur sich reihen?“






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